Aber zumindest kann Wynn, der fast wie im amerikanischen Bilderbuch eine Karriere vom Tellerwäscher zum Milliardär machte, seinen ärgsten Konkurrenten in Las Vegas, Kirk Kerkorian (87), ärgern. Die "Business Week" schrieb sogar von "der Rache des Steve Wynn".
Wynn hat dem nunmehr spektakulärsten Hotel im Spielerparadies sogar seinen eigenen Namen gegeben: "The Wynn" prangt in fließender Schrift auf dem elegant geschwungenen, 50-stöckigen Wolkenkratzer im Zentrum der Stadt. Nebenbei warb Wynn laut "Business Week" für sein neues Projekt mehr als 2000 Mitarbeiter der Kerkorian-Hotelgruppe ab.
Das Hotel wurde auf jenem Grund gebaut, auf dem einst das "Desert Inn" stand. Von dort hatte der geheimnisumwitterte, exzentrische Milliardär Howard Hughes Mitte der 60er Jahre die Weichen für das moderne Las Vegas gestellt.
Das neue Wynn konkurriert nun nicht mit Gigantomanie, sondern vor allem mit Luxus. Bis zuletzt hat der geheimniskrämerische, schwer Augenkranke Wynn keine Presse in sein Prestigeobjekt gelassen.
2716 Zimmer, Suiten und Villen
Allein die Fakten sollten beeindrucken: 2716 Zimmer, Suiten und Villen, keine Einheit kleiner als 58 Quadratmeter, Mindestpreis 298 Dollar pro Nacht. Für die 18 Restaurants wurden Starköche engagiert. In dem über 2000 Sitze fassenden Hoteltheater startet Donnerstag eine Show, die zwar viel mit Wasser zu tun habe, über der ansonsten aber bisher der dichte Schleier des Geheimen liegt.
Originale von Picasso, Rembrandt oder Chagall zieren das Hotel. Der einzige Golfkurs am Strip befindet sich in dem mit tropischen Pflanzen üppig ausgestatteten, 87 Hektar großen Gelände - 100.000 neue Sträucher und Büsche wurden gepflanzt, ein zwölf Meter hoher Wasserfall an künstlichen See geschaffen. Natürlich steht das Glücksspiel im Mittelpunkt, schließlich soll dort das Geld verdient werden. 137 Spieltische und 1960 Spielautomaten sollen in die glitzernden Casino locken.
"Unser wichtigstes Ziel ist es nicht, Geld zu machen, sondern die Besucher glücklich", wurde Wynn in den Medien zitiert. Zumindest Bürgermeister Goodman ist glücklich: Er hofft, dass der Wettstreit der Finanz-Tycoone den Las-Vegas-Boom weiter anheizt und schon in diesem Jahr der Rekord von 37 Millionen Gästen aus dem vergangenen Jahr übertroffen wird.
Die Auslastungsrate der Hotels lag nach Angabe der örtlichen Tourismusbehörde bei 90 Prozent und damit weit über dem US-Durchschnitt. Die Einnahmen aus dem Glücksspiel kletterten um neun Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar.
Entsprechend entwickeln sich die Kurse der börsennotierten Casino- und Hotelbetreiber. Harrah's-Papiere legten binnen eines Jahres um 31 Prozent zu, MGM-Mirage-Aktien sogar um bis zu 90 Prozent. Aus der Geldwaschmaschine der Gangs ist eine Gelddruckmaschine für Anleger geworden.
Für die neue Boss-Generation ist das nur von Vorteil. So muss sich Loveman im Krisenfall lediglich mit erbosten Anteilseignern auseinander setzen. Ein Abgang à la Bugsy Siegel jedenfalls droht ihm nicht.
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