Von Martin Scheele
mm.de: Was müssen Studenten heute beachten, was ist für den Berufseinstieg am wichtigsten?
Mayrhofer: Gute Noten und schnelles Studieren haben beim Berufseinstieg keinen Effekt, Berufstätigkeit und Praxiserfahrung aber sehr wohl. Interessant ist, dass Auslandsaufenthalte per se keine klaren Effekte auf den Karriereerfolg beim Berufseinstieg haben. Sie wirken eher über den Umweg Praxiserfahrung.
Im weiteren Berufsverlauf gilt aber: Wer bereits im Studium gut und schnell studiert hat, ist auch später erfolgreicher. Erfolg meint hier aber nicht gute Noten, sondern vorbildliches Arbeitsethos wie hohen Ehrgeiz und Zielstrebigkeit. Diese Erkenntnis müsste eigentlich auch Folgen für die elterliche Erziehung haben. Denn wer als Elternteil noch sagt, das Studium habe mit dem späteren Erfolg im Beruf nichts zu tun, der irrt gewaltig.
mm.de: Sie haben auch herausgefunden, dass sich der Einstieg in bestimmten Unternehmen später finanziell mehr lohnt. Welche Unternehmen sind das?
Mayrhofer: Unsere Daten sagen sehr deutlich, dass der Berufseinstieg in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen, die in einer Wachstumsbranche sind und in ihrer Branche zur Spitze gehören, für den späteren finanziellen Karriereerfolg ideal sind. Ein Beispiel wären etwa wirtschaftlich erfolgreiche, alternative Unternehmen der Telekommunikation.
mm.de: Mit Ihrer Studie festigen Sie das Bild des strebsamen Workaholic, der 60 Stunden und mehr arbeiten sollte, um Erfolg zu haben. Zudem haben Ihrer Meinung nach Karriereunterbrechungen wie ein Sabbatical deutlich negativen Einfluss auf den hierarchischen Aufstieg.
Mayrhofer: Meine Antwort lautet: "Es wird einem nichts geschenkt." Wer nach den üblichen Kriterien erfolgreich sein will, der muss seinem Job einen höheren Stellenwert im Leben geben. Mein Appell lautet aber auch: Man sollte sich bewusst sein, dass man mit Unterbrechungen der Karriere zumindest ein großes Risiko eingeht.
mm.de: Wie lautet Ihr Appell an die heutige Studentengeneration, was deren Karriere angeht?
Mayrhofer: Erstens: Überlege, was für dich Erfolg bedeutet, nach subjektiven wie objektiven Maßstäben. Sei dir zweitens bewusst, dass du von deiner Herkunft geprägt bist. Drittens: Mach' etwas aus deinen Fähigkeiten - individuelle Anstrengung macht auch hier den Unterschied.
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