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25.04.2005
 

Karrierefaktoren

"Eliten produzieren Eliten"

Von Martin Scheele

2. Teil: "Karriere ist ein Stück männlich"

mm.de: Welche Begründung haben Sie dafür?

Wolfgang Mayrhofer, Michael Meyer, Johannes Steyrer: "Macht? Erfolg? Reich? Glücklich? Einflussfaktoren auf Karrieren"; Linde Verlag, Wien 2005, 280 Seiten, 24,90 Euro.

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Mayrhofer: Die niederschmetternde Variante lautet: Frauen haben sich damit abgefunden, dass sie objektiv weniger erfolgreich Karriere machen als Männer, sich aber für das Gefühl etwas zurechtzimmern. Die positivere Interpretation lautet: Frauen sind stärker in der Lage, sich von den klassischen objektiven Erfolgsmaßstäben zu lösen und schätzen eher andere Faktoren wie eine ausgewogene Work-Life-Balance. Das könnte man schon fast als Startvorteil verstehen, da die klassischen Erfolgsfaktoren mehr und mehr in der Ablösung begriffen sind.

mm.de: Zugespitzt gefragt: Hat Karriere ein Geschlecht?

Mayrhofer: Zynisch gesprochen: Ja! Karriere ist ein Stück männlich. Männer haben im Schnitt deutliche Vorteile, was späteres Einkommen angeht. Im absoluten Topmanagement ist dies allerdings nicht mehr so. Wie eine Studie der amerikanischen Kollegin Susan Adams und ihrer Kollegen ergab, die die Einkommen der CEOs von 1500 großen amerikanischen Unternehmen verglich, gibt es keinen Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern. Weibliche CEOs verdienen im Endeffekt sogar mehr.

Die Erfolgsformel

In einer umfassenden Studie analysiert die Wirtschaftsuni Wien die Karrierewege deutsch- sprachiger Manager in den vergangenen Jahrzehnten. Die Ergebnisse zeigen, was wirklich zählt auf dem Weg an die Spitze. Eine detaillierte Analyse der Faktoren für den Karriereerfolg lesen Sie exklusiv im aktuellen manager magazin 05/2005 ab Seite 172.
mm.de: Welcher Faktor hat das größte Gewicht für die Karriere?

Mayrhofer: Wir haben als Einflussfaktoren für das Verhältnis von subjektivem und objektivem Karriereerfolg das Geschlecht, den sozioökonomischen Hintergrund und verschiedene personenbezogene Merkmale zu Grunde gelegt.

Dabei ist ganz deutlich geworden, dass Führungsmotivation den größten Einfluss hat. Personen, die also sehr gewillt sind, Führungsverantwortung zu übernehmen, sind objektiv wie subjektiv erfolgreicher. Anders gesagt: Führungsmotivation fördert den objektiven und den subjektiven Karriereerfolg. Dagegen ist der Einfluss der Leistungsmotivation, Gewissenhaftigkeit, emotionaler Stabilität, Kontaktfähigkeit und Flexibilität auf objektive Merkmale des Karriereerfolgs zwar nachweisbar, aber nicht sehr hoch.

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