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25.04.2005
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Karrierefaktoren

"Eliten produzieren Eliten"

Von Martin Scheele

Herkunft und Geschlecht, Motivation oder Leistung? Was fördert den beruflichen Aufstieg am stärksten? Der Wiener Wirtschaftsprofessor Wolfgang Mayrhofer ist dieser Frage nachgegangen und erläutert die Ergebnisse seiner groß angelegten Studie im Interview mit manager-magazin.de.

mm.de:

Herr Professor Mayrhofer, Sie haben mit zwei Kollegen die Einflussfaktoren auf Karrieren untersucht. Sie haben dabei überraschende Ergebnisse erzielt. Welche?

  Wolfgang Mayrhofer  ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er leitet die Abteilung für verhaltenswissenschaftlich orientiertes Management.
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Wolfgang Mayrhofer ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Er leitet die Abteilung für verhaltenswissenschaftlich orientiertes Management.

Mayrhofer: Eines unserer zentralen Ergebnisse ist, dass sich Selbstinszenierung mehr als Beziehungsarbeit auszahlt. Vor die Wahl gestellt, sich zwischen Ich-AG und kollegialem Joint Venture zu entscheiden, raten die meisten unserer Befragten zum Ersten. Das ist komplett anders als vor 20 Jahren; damals empfahl sich mikropolitische Zurückhaltung. Heute fährt man ganz offensichtlich besser mit dem Herausstreichen eigener Fähigkeiten und Ideen. Selbstinszenierung zahlt sich im wortwörtlichen Sinne mehr aus als Beziehungsarbeit.

mm.de: Ist Selbstinszenierung nicht eine schmale Gratwanderung; droht nicht schnell die Gefahr, als Aufschneider abgetan zu werden?

Mayrhofer: Sicherlich ist Selbstinszenierung nicht nur positiv, sondern ein stückweit doppelwertig besetzt. Wer sich allerdings auf das Motto "Tue Gutes und rede darüber öffentlich" fokussiert, der fährt gut damit. Andererseits ist es unzulässig, Selbstinszenierung als den alles entscheidenden Faktor für den beruflichen Erfolg herauszustellen.

mm.de: Sie haben auch erforscht, wie sich beruflicher Erfolg nach Geschlechtern unterteilt. Was ist dabei herausgekommen?

Mayrhofer: Wir haben herausgefunden, dass objektiver und subjektiver Karriereverlauf nicht parallel verlaufen. Objektiver Karriereerfolg beinhaltet nachvollziehbare Komponenten wie Einkommen, Aufstieg, Zahl der Untergebenen und einiges mehr. Subjektiver Karriereerfolg umfasst all das, was einzelne Personen für sich selbst als wesentliche Erfolgsmaßstäbe erachten, wie zum Beispiel Glück und Zufriedenheit. Interessant ist nun, dass Frauen signifikant häufig in der Kombination objektiv wenig erfolgreich und subjektiv sehr erfolgreich zu finden sind.

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