Frankfurt - Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise schreibt, haben die Eigentümer der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) den 62-Jährigen als Treuhänder für rund 600 Millionen Euro berufen, die für die anhaltende Schieflage des Immobilienfinanzierers als Nachschussmittel bereitgehalten werden müssen. Der größte AHBR-Eigner, der Gewerkschaftsholding BGAG, kommentierte die Information gestern gegenüber der Zeitung nicht. Welteke wurde für eine Stellungnahme nicht erreicht.
Das Geld, für das Welteke Treuhänder ist, mussten die AHBR-Eigner BGAG und die Bausparkasse BHW, an der die Gewerkschaften größter Einzelaktionär sind, auf Druck der Bankenaufsicht BaFin auf ein Treuhandkonto einzahlen. Sie waren bereits mehrfach gezwungen, Mittel für das angeschlagene Institut nachzuschießen. Inzwischen wollen die Gewerkschaften sich sowohl von ihrer Beteiligung bei der AHBR als auch am BHW trennen.
Welteke musste im April 2004 als Bundesbankchef zurücktreten, nachdem ein von der Dresdner Bank bezahlter Aufenthalt mit seiner Familie zu Silvester 2001 im Berliner Luxushotel Adlon bekannt wurde Die Vergangenheit Weltekes weist mehrere Berührungspunkte zur AHBR und den Gewerkschaften auf: Einerseits war er als Bundesbankpräsident Chef der mit der BaFin zusammen für die Bankenaufsicht zuständigen Institution Bundesbank. Beide waren in die Bereinigung der Schieflage der AHBR stark involviert, hatten auch deren ehemaligen Vorstand zum Rücktritt gedrängt. Zudem ist Welteke seit seiner Lehre als Landmaschinenmechaniker 1959 Gewerkschaftsmitglied.
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