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23.03.2005
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Karriere

Wo Frauen aufsteigen können

Karin Dorrepaal und Christine Licci gehören zu einer raren Spezies: Nur wenige Frauen schaffen in Deutschland den Aufstieg in Toppositionen. Wie eine Studie jetzt zeigt, hängt die Karrierechance von der jeweiligen Branche ab.

Berlin - Frauen steigen in Deutschland nach wie vor seltener in die Chefetage auf als Männer. So stellen Frauen zwar 47 Prozent aller Angestellten, ihr Anteil an den Führungskräften beträgt jedoch nur 33 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage vom März 2004, die das Statistische Bundesamt in Berlin vorstellte.

  Aufsteigerin:  Karin Dorrepaal rückte in den Vorstand vom Dax-Konzern Schering ein
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DPA / Schering AG

Aufsteigerin: Karin Dorrepaal rückte in den Vorstand vom Dax-Konzern Schering ein

An Topposten wie Geschäftsführer oder Direktoren haben Frauen danach sogar nur einen Anteil von 21 Prozent. Karrierehindernisse sind unter anderem Kindererziehung und Teilzeitarbeit.

Beim Mikrozensus vom März 2004 wurde ein Prozent der Bevölkerung befragt. "Entscheidungsträger in Unternehmen und Behörden in Deutschland sind immer noch überwiegend männlich", erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen. Das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften fällt in den neuen Bundesländern allerdings deutlich günstiger aus.

Gelobter Dienstleistungsbereich

Dort waren laut Umfrage im März 2004 gut 42 Prozent der Führungskräfte weiblich gegenüber 32 Prozent im früheren Bundesgebiet. In Spitzenjobs fanden sich in Ostdeutschland 29 Prozent der Frauen, verglichen mit 20 Prozent im Westen.

Die Chance, Leitungsfunktionen zu übernehmen, hängt für Frauen stark von der Branche ab: Am höchsten ist sie im Dienstleistungsbereich mit einem Anteil von 53 Prozent und in der öffentlichen Verwaltung mit einem Anteil von 39 Prozent. Im Baugewerbe dagegen sind nur 14 Prozent aller Führungskräfte weiblich.

Der vergleichsweise geringe Anteil von Frauen in Führungspositionen hängt offenbar auch mit dem Anstieg der Teilzeitquote von Frauen seit 1991 von 30 Prozent auf 42 Prozent 2004 zusammen. Teilzeitarbeit mache es wesentlich schwerer, in Führungsfunktionen zu kommen, sagte Hahlen. Der Anteil weiblicher Führungskräfte mit Teilzeitstelle liege bei acht Prozent.

"Sind Kinder im Haushalt zu versorgen, sinkt der Anteil abhängig Beschäftigter in Führungspositionen bei Frauen, während er bei Männern ansteigt", sagte Hahlen. So waren im März 2004 nur gut 10 Prozent der Mütter in einer Führungsposition tätig. Der Anteil der Väter lag mit 24 Prozent mehr als doppelt so hoch. Besonders bei den 30- bis 44-jährigen Frauen zeigt sich laut Mikrozensus, dass sie beruflich besonders gut positioniert sind, wenn sie keine Kinder betreuen. In dieser Altersgruppe sind 21 Prozent der erwerbstätigen Frauen ohne Kinder Führungskräfte.

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