Von Klaus Werle
Hamburg - Die Generation der Hochschulabsolventen hat die aktuellen gesellschaftlichen Probleme bereits stark verinnerlicht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Generation 05 - Wie tickt die junge Elite?" von manager magazin in Kooperation mit der Unternehmensberatung McKinsey. Eine detaillierte Analyse der Ergebnisse veröffentlicht das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe 4/2005 als Titelgeschichte.
Die Mehrzahl der Studierenden, so ein Kernergebnis der Studie, mag kaum noch an positive Zukunftsaussichten in Deutschland glauben: 56 Prozent der Hochschüler halten es derzeit für denkbar, auswandern zu müssen und sich im Ausland eine neue Existenz aufzubauen. Nur 40 Prozent halten ihre persönliche Zukunft in Deutschland für gesichert.
Vor allem Studenten ab dem achten Semester sowie Studierende der Fachrichtungen Ingenieurwissenschaften, Informatik und Elektronik sehen es zu 60 Prozent und mehr als realistisch an, dass die wirtschaftliche oder soziale Situation ihnen Anlass geben könne, Deutschland den Rücken zu kehren.
Deutsche Wirtschaft mit wenig Glanz
Dabei übt die deutsche Wirtschaft auch nur wenig Faszination auf die potenziellen Nachwuchskräfte aus: Ihr Image bewegt sich in der Grauzone von weder ausgesprochen positiv noch negativ. Zukunftschancen sehen die Hochschüler hingegen für China (83 Prozent) und Japan (71 Prozent). 65 Prozent halten die Europäische Union für zukunftsfähig, scheinen dabei aber an die neuen Mitglieder zu denken. Großbritannien, Frankreich und Deutschland liegen mit 39, 38 und 37 Prozent am Ende der Rangliste.
Als Kriterien für die Berufswahl haben die "klassischen" Karriereziele, wie hohes Einkommen und eine herausgehobene Position, ausgedient. Eine Mehrheit legt dagegen Wert auf interessante Arbeitsinhalte (93 Prozent) und die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit (81 Prozent), 79 Prozent wünschen sich eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie spielt eine große Rolle in der Lebensplanung der Studierenden: Nur 7 Prozent sprechen sich gegen eigene Kinder aus; ein einziges Kind haben zu wollen ist dagegen mit 2 Prozent absolute Minderheitsmeinung. 53 Prozent wollen zwei Kinder und mehr.
Auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes rangiert ganz weit oben: Dass 73 Prozent Arbeitsplatzsicherheit als wichtigstes Kriterium für die Berufswahl nennen, zeigt die Verunsicherung selbst der gut ausgebildeten Akademiker.
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