Die "Alteuropäer" haben dem aus Sicht der Befragten wenig entgegenzusetzen. Im Falle der guten Bewertung der Europäischen Union, noch vor den USA, hat man offensichtlich eher an die neuen als an die alten Mitglieder gedacht. Denn Großbritannien, Frankreich und Deutschland liegen mit 39, 38 bzw. 37 Prozent am Ende der Rangreihe. Deutschlands Chancen werden dabei von den Studenten deutlich besser bewertet als von den Studentinnen. Studierende der Wirtschaftswissenschaften hingegen sehen größeres Potential im asiatischen Raum und Deutschland klarer als Schlusslicht.
Das deutschlandkritische Bild der Befragten setzt sich fort in der Bewertung der deutschen Manager. Die Liste der Negativ-Eigenschaften, die von den Studierenden hervorgehoben werden (trifft "voll und ganz" oder "überwiegend" zu), ist länger als die der positiven. 71 Prozent halten die deutschen Manager für "überbezahlt", 62 Prozent stimmen der Charakterisierung zu, sie seien nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Von 45 Prozent wird zwar das internationale Niveau anerkannt, 39 Prozent stellen aber zugleich auch Überforderung fest.
Nur 20 Prozent bezeichnen deutsche Manager als innovativ
Die Fähigkeit zur kompetenten Unternehmensführung wollen nur noch 28 Prozent den deutschen Managern zubilligen, ebenso wenige loben das Geschick zur Mitarbeiterführung (28 Prozent). Lediglich 20 Prozent bezeichnen die deutschen Manager als innovativ, 24 Prozent betonen dagegen, dies sei unzutreffend. Ab hier wenden sich die Urteile in massiv vorgetragene Kritik. Von "moralisch integer" sprechen noch ganze 9 Prozent, 46 Prozent stellen dies ausdrücklich in Abrede. Und soziales Verantwortungsbewusstsein wollen ebenfalls nur noch 10 Prozent für deutsche Manager gelten lassen, 59 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt.
Das Selbstbild der akademischen Nachwuchskräfte zeugt hingegen nicht gerade von Mangel an Selbstbewusstsein. 8 Prozent sind fest davon überzeugt, dass ihre eigene Generation fähig ist, mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte fertig zu werden. 59 Prozent trauen sich und den Altersgenossen dies zumindest "überwiegend" zu. Dass die eigene Generation diese Herausforderungen nicht meistern werde, eine derart skeptische Auffassung vertreten 27 Prozent. Auffällig ist jedoch: Je älter die Studierenden, umso geringer ist das Selbstbewusstsein in dieser Frage.
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