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09.03.2005
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Karriere

Mehr Sein als Schein

2. Teil: Der Berufseinstieg von Geisteswissenschaftlern

Eine Untersuchung der Hochschul-Informations-System (HIS) GmbH in Hannover belegt, dass der Berufseinstieg der Geisteswissenschaftler besser verläuft als erwartet: So sind ein Jahr nach Beendigung des Magisterstudiums rund 55 Prozent der Absolventen regulär erwerbstätig. "Werkverträge und Überbrückungen wie Praktika nicht mitgerechnet", sagt Kolja Briedis, Hochschulforscher beim HIS.

  Macht Schöngeistern Beine:  Martha Meyer-Althoff
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Macht Schöngeistern Beine: Martha Meyer-Althoff

Alle vier Jahre befragt HIS die Absolventen eines Prüfungsjahrganges zu ihrem Berufseinstieg. Im Vergleich zu den zuletzt befragten Jahrgängen von 1997 und 1993 haben sich die zuletzt veröffentlichten Ergebnisse um 15 beziehungsweise 25 Prozent verbessert.

"Geisteswissenschaftler kommen unter", fasst HIS-Projektleiter Karl-Heinz Minks zusammen. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor in den Medien: Journalismus, PR, Werbung, Buch- und Filmbranche sind die Haupt-Arbeitsfelder. Doch das Angebot wird immer breiter, sagt Martha Meyer-Althoff: "Die Berufe differenzieren sich aus. Es gibt Bezeichnungen wie Producer, die sich um Filmprojekte von der Idee bis zur Vorführung kümmern. Oder Berufe wie Literaturagent, die hier vor zehn Jahren nicht üblich waren."

Auch in der privaten Wirtschaft im Vertrieb, Marketing oder Personalwesen, sind Germanisten, Historiker oder Orientalisten durchaus gefragt. "Weil sie mit neuen Ideen die Monokultur der reinen Betriebswirtschaft durchbrechen", betont Karl-Heinz Minks. "Geisteswissenschaftler sind das Salz in der Suppe." Doch immer erst müssen sie sich in der Praxis bewähren, bevor sie beispielsweise in Konzernen wie Siemens landen können.

"Das sind Sonderfälle, die sich im Gegensatz zu der klassischen Karriereplanung von Natur- und Wirtschaftswissenschaftlern nicht verallgemeinern lassen", erklärt Siemens-Sprecher Karlheinz Groebmair im München. Gefragt seien Allrounder, die beispielsweise dazu beitragen, bedienungsfreundlichere Produkte zu entwickeln, oder auch Vertriebsmitarbeiter, die den nicht technisch versierten Kunden auf Augenhöhe begegneten.

Von Deike Uhtenwoldt, gms

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