Von Karsten Langer
Herr Domsch, laut einer Hoppenstedt-Studie ist der Anteil der weiblichen Manager in Deutschland seit 1995 zwar kontinuierlich gestiegen, aber mit rund 10 Prozent aller Führungspositionen im Management weiterhin gering. Woran liegt das?
Domsch: Es gibt Ressentiments. Die kann man nicht wegdiskutieren. Zwar wird im Zuge der Political Correctness immer wieder betont, wie nötig Frauen in Unternehmen sind. In Wahrheit aber gibt es versteckte Hindernisse.
mm.de: Was sind die schlimmsten Feindbilder und Hindernisse, gegen die Frauen sich beim Aufstieg durchsetzen müssen?
Domsch: Immer wieder tauchen folgende Argumente auf: Frauen wollen gar nicht in den Führungsbereich, es fehle also an der Nachfrage. Frauen würden schwanger und kündigen, seien damit eine Fehlinvestition, Planungssicherheit gäbe es nicht. Frauen würden nicht die nötige Härte für das Management besitzen, sie hätten dafür nicht die notwendigen Kompetenzen. Außerdem gäbe es genug qualifizierte Männer, Frauen würden ihnen deshalb Karrierechancen wegnehmen und so weiter, und so weiter.
mm.de: Die meisten Topmanager haben ihre Frau samt Kindern zu Haus. Welche Rolle spielt diese familiäre Prägung der Männer in den Chefetagen?
Domsch: Ich möchte hier keine Schwarz-Weiß-Malerei betreiben. Es gibt in Deutschland eine Fülle von Unternehmen, die exzellente Chancengleichheitspolitik praktizieren, zum Beispiel Commerzbank
, Deutsche Lufthansa
, Deutsche Telekom
, Bayer
und viele mehr - auch mittelständische Unternehmen - sind nicht umsonst für ihre familienfreundliche Personalpolitik und ihre Maßnahmen im Bereich Chancengleichheit ausgezeichnet worden. Cross-Mentoring-Programme, Family Service, Notfallkindergärten, spezielle Entwicklungsprogramme für karriereorientierte Frauen stellen Best Practices dar.
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