Vierter Akt: Das öffentliche und das geheime Resümee
Mittagessen. Die Damen bestellen Salat. Die Herren blicken etwas unschlüssig auf ihre Teller. Ein Tisch für acht Personen wird kurzerhand mit zehn Leuten besetzt, damit niemand sich ausgegrenzt fühlen muss.
Die anschließende Beratung der Jury verzögert sich. Die Personalleiterin verabschiedet sich nach dem Essen persönlich von drei der vier Kandidaten. Für Teilnehmer F. ist der fehlende Handschlag kein gutes Zeichen.
Das öffentliche Resümee: Für ACs sei dies ein ungewöhnlich homogenes und starkes Feld, es habe Spaß gemacht. Für einige Teilnehmer werde es vielleicht eine Einladung zur dritten Runde geben.
Fünfter und letzter Akt: Noten en gros und en détail
Die Interviews mit Feedbackgesprächen wird die Zeremonienmeisterin persönlich führen. Vor ihr liegen eng beschriebene DIN-A2-Bögen mit Tabellen und Noten. Für jeden Zeitpunkt des Tages hat sie eine Note. Fachlich geschulte Beobachter aus dem Personalwesen geben tendenziell schlechtere Noten. "Die aus den Fachabteilungen lassen sich leichter blenden", sagt die Zeremonienmeisterin.
In jeweils 30 bis 45 Minuten werden Stärken und Schwächen verkündet. Der Ton ist freundlich, die Ergebnisse sind es nicht: Schwächen bei der Teamarbeit, zu verhaltener Einsatz bei der Gruppendiskussion, verschenkte Punkte bei der Einbindung der aufgelegten Folie in den Vortrag. Haarklein transparent und scheinbar objektiv.
Nach dem Abschlussgespräch zeigen sich Auflösungserscheinungen. F. knabbert am Feedback. Teilnehmerin H. nimmt ihre Kontaktlinsen heraus - mit Brille wirkt sie strenger, verkniffener. Teilnehmer R. gibt zu, "erschossen" zu sein, und informiert seine Familie über den Rückreisezeitplan. Und Teilnehmerin M. will in einer nahe gelegenen Großstadt einen draufmachen.
Von Claas Folkmer, Jobpilot.de
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