Das Wetter, Ausweg für Schüchterne
Unpassend ist es nach Einschätzung der Experten auch, gleich in der Smalltalk-Phase politische Themen aufzugreifen: Das Lob für den Kanzler oder der Beifall für die FDP fordert zumindest die politisch Andersdenkenden zum Widerspruch heraus.
Nicht gerade ein originelles, aber definitiv ein unverfängliches Thema ist das Wetter. "Da liegt man nie schief, und jeder kann etwas dazu sagen", sagt Lermer.
Und nicht nur das: Von Themen wie Sonnenschein und Windverhältnissen lässt sich leicht überleiten - zum Urlaub etwa. "Damit assoziieren fast alle etwas Positives." Und in der Regel gibt es über Urlaubserlebnisse auch immer etwas zu erzählen. Gute Themen seien auch Beruf, Familie und Hobbys, erklärt Frank Naumann, schlechte sind zum Beispiel Religion und persönliche Probleme.
Smalltalk ist zugegebenermaßen nicht jedermanns Sache. Den einen fällt nichts ein, worüber sich reden ließe, die anderen trauen sich nicht. "Aber man kann das lernen", sagt Susanne Seitz und fügt hinzu: "Das gilt auch für Schüchterne."
Lächeln hilft
Autor Stephan Lermer empfiehlt ein Vorgehen nach der "3-C-Methode": "Das erste C steht für die Chance, die man suchen muss, um überhaupt Gelegenheit zum Smalltalk zu haben", erläutert der Psychologe: Bushaltestellen, Theaterfoyers oder Warteschlangen sind gute Übungsplätze.
Wer die Gelegenheit hat, muss zweitens Courage zeigen, auch tatsächlich ein Gespräch zu beginnen. Und drittens hilft Charme: "Lächeln macht den Smalltalk deutlich leichter." Wer es ein paarmal erfolgreich probiert hat, baut schnell Hemmungen ab.
Im Beruf lässt sich Smalltalk auch gezielt einsetzen: Vor dem ersten Treffen mit einem Geschäftspartner könne dabei hilfreich sein, sich kurz zu informieren, mit wem man es zu tun hat. "Das macht es leichter, beim Smalltalk ein geeignetes Thema zu finden", sagt Susanne Seitz. "Das Plaudern hilft dann, schneller miteinander warm zu werden."
Ob man beim Smalltalk Erfolg hat oder nicht, zeigt sich nach Naumanns Erfahrung schnell an den Reaktionen des Gegenübers: Guter Smalltalk zeichnet sich dadurch aus, dass beide Gesprächspartner lebhaft miteinander kommunizieren. "Wenn der andere ausgesprochen einsilbig wird, dann läuft etwas schief."
Andreas Heimann, dpa
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