Von Karsten Langer
Wie hoch schätzen Sie den Einfluss Druckers auf Managementpraxis und Managementtheorie ein?
Simon: Bei der Betrachtung des Einflusses von Drucker muss man in der Tat zwischen Managementpraxis und -theorie unterscheiden. Sein Einfluss ist auf die Praxis weitaus stärker als auf die Theorie. Zudem kann man sagen, dass er vor allem für die oberen Managementebenen große Bedeutung hat. Topmanager kennen Drucker.
Die Managementtheorie hat sich weniger an Drucker orientiert, was an zwei Dingen liegen dürfte. Zum einen hat sich die theoretische Forschung verstärkt Fragestellungen zugewandt, deren praktische Relevanz gering ist. Mit solchen Fragen beschäftigt sich Drucker eher nicht.
Zum Zweiten sind die von Drucker behandelten Themen ziemlich komplex und der wissenschaftlichen Forschung heutiger Art schwer zugänglich. Ich erwähne nur Beispiele wie Corporate Governance oder Effektivität des Managements.
mm.de: Jeder kennt Drucker, aber keiner weiß so richtig, was er gelehrt hat. Können Sie einige Beispiele für typische Konzepte aus seiner Feder nennen?
Simon: Drucker hat wie kein anderer das Managementdenken der modernen Zeit beeinflusst. Bereits in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschäftigte er sich mit Fragen der Corporate Governance und der Legitimation des Managements in börsennotierten Aktiengesellschaften.
Seine Arbeiten zur divisionalen Organisation, seine Idee des Management by Objectives, seine messerscharfe Analyse der Effektivität von Managern gelten als bahnbrechend. Bereits in den 60er Jahren prägte er den Begriff des Knowledge Workers und sah damit eine Entwicklung voraus, die für unsere heutige Arbeitsrealität vorherrschend ist.
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