Donnerstag, 9. Februar 2012, 21:07 Uhr

manager magazin



08.11.2004
 

Alexander Falk

Wütender Brief an Hamburger Justiz

Alexander Falk meldet sich zu Wort. Der inhaftierte Verlagserbe hat einen 24-seitigen Brief an die Hamburger Justiz geschrieben. Inhalt: Scharfe Vorwürfe an die Staatsorgane. Seinem Ziel, die Freilassung zu erreichen, ist er damit nicht näher gekommen.

Hamburg - Der inhaftierte Ex-Internet-Unternehmer Alexander Falk hat sich erstmals seit seiner Verhaftung vor 17 Monaten zu Wort gemeldet. In einem 24-Seiten-Brief griff Falk aus dem Gefängnis den zuständigen Richter beim Landgericht, Nikolaus Berger, und die Hamburger Justiz an.

  Erbost über die Justiz:  Alexander Falk
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AP

Erbost über die Justiz: Alexander Falk

Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, wirft Falk der "skandalös dilettantischen" Staatsanwaltschaft Lügen vor, bei den Richtern zweifelt er an deren "Unbefangenheit" und spricht ihnen zudem den "nötigen betriebswirtschaftlichen Sachverstand" ab.

In dem Schreiben, das Falk Ende Oktober verfasste, bezeichnete der einstige Börsenstar seinen Gefängnisaufenthalt als "Geständniserzwingungshaft". Doch auch bei einer weiteren Inhaftierung werde die Justiz vergeblich auf sein Geständnis warten: "Niemals, nicht mal in fünf Jahren", heißt es dazu in dem Brief.

Falk appellierte am Ende seines Briefes auch direkt an Richter Berger: "Heben Sie den Haftbefehl auf und geben Sie das Laienwerk mit der Bezeichnung Anklage an die Staatsanwaltschaft zurück. Sie sollten diese Dilettanten nicht länger decken." Erfolg hatte er damit nicht. Das Gericht lehnte am vergangenen Dienstag die Aufhebung seines Haftbefehls ab. Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger erklärte im "Focus": "Die ständige Wiederholung dieser Vorwürfe erhöht nicht ihren Wahrheitsgehalt."

Die Justiz wirft Falk Kursmanipulation in zwei Fällen, Betrug in einem besonders schweren Fall sowie Steuerhinterziehung in vier Fällen vor. Der ehemalige New-Economy-Star soll mit sieben Mitbeschuldigten den Umsatz und damit den Aktienkurs seiner ehemaligen Internetfirma Ision kurz vor deren Verkauf 2001 künstlich in die Höhe getrieben haben. Falk veräußerte die Firma für 812 Millionen Euro an die britische Energis plc., ein nach heutigem Stand weit überhöhter Verkaufspreis.

Ob ein Strafprozess gegen Falk stattfinden wird, entscheidet sich voraussichtlich diese Woche.

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