Von Klaus Werle
Hamburg - Das Credo der meisten deutschen Unternehmen ist so schlicht wie einprägsam: Viel hilft viel. Je mehr gearbeitet wird, desto größer muss der Erfolg sein. Wer als Manager keinen 14-Stunden-Tag aufweisen kann, gerät rasch in den Verdacht, sich nicht genug für die Firma einzusetzen. Sich über lange Arbeitszeiten zu beklagen, ist verpönt. Aber irgendwo in der Gleichung steckt offenbar ein kleiner Fehler: Obwohl alle hart arbeiten, sind längst nicht alle erfolgreich.
Kein Wunder, meint Gregor Schönborn: "Ein zeitlich hoher Einsatz im Unternehmen steht nicht kausal mit dem Geschäftserfolg in Zusammenhang", sagt der Chef der Bonner Unternehmensberatung Deep White. In einer groß angelegten Umfrage mit mehr als 2100 Interviews in 33 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Deep White zusammen mit der Universität St. Gallen den Einfluss der Wertekultur eines Unternehmens auf seinen Erfolg am Markt untersucht.
Das Ergebnis: Nicht darauf, wie viel geleistet wird, kommt es an. Sondern wie und mit welcher Motivation die Leistung erbracht wird. So fühlten sich laut der Studie zwar die Mitarbeiter in sieben von zehn Unternehmen zu Höchstleistungen angespornt - jedoch nicht aus eigener Motivation, sondern aus schierem Pflichtgefühl.
Für Schönborn ein fatales Ergebnis: Schließlich hänge bis zu einem Viertel des betriebswirtschaftlichen Erfolges von der gelebten Wertekultur eines Unternehmens ab.
Diese Wertekultur wird maßgeblich von den Topmanagern und Führungskräften geprägt. In einer exklusiven Sonderauswertung für manager-magazin.de hat Deep White deshalb untersucht, welcher Chef-Typ durch sein Vorbild zum "Erfolgstreiber" für sein Unternehmen wird - und was den "Erfolgskiller" ausmacht.
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