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19.10.2004
 

Gehalt

Zu viel Geld verlangt, Karriere verspielt

Ob Selbstüberschätzung, Ignoranz oder schlicht fehlendes Wissen - wer mit seinem Gehaltswunsch erheblich daneben liegt, verspielt die Chancen auf den ersehnten Job. Eine Umfrage der Vergütungsberatung PersonalMarkt zeigt, welche Gehaltsabweichungen Unternehmen akzeptieren.

Hamburg - "Und was möchten Sie bei uns verdienen?" lautet eine Standardfrage im Bewerbungsgespräch. Selbst der versierteste Bewerber kommt bei dieser Frage ins Schwitzen. Kein Wunder, denn von der richtigen Antwort hängt einiges ab. Hopp oder Top: Das Wissen um den eigenen Marktwert ist notwendig für das berufliche Weiterkommen.

  Erst am Ende des Bewerbungsgesprächs  sollten Gehaltsverhandlungen geführt werden
[M]DPA;mm.de

Erst am Ende des Bewerbungsgesprächs sollten Gehaltsverhandlungen geführt werden

Über 30 Prozent aller Bewerber liegen allerdings so falsch mit ihrer Gehaltsvorstellung, dass sie den vorgegebenen Gehaltsrahmen nicht treffen - und aussortiert werden. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt bei über 100 deutschen Unternehmen.

Die Analyse der Vergütungsberater von Personalmarkt, die unter www.personalmarkt.de individuelle Gehaltsanalysen für Arbeitnehmer aller Branchen erstellen, ergab außerdem: Wer mit seiner Gehaltsangabe mehr als 19 Prozent über dem Budget einer Stelle liegt, fliegt aus dem Bewerbungsprozess raus. Nach unten hin ist der Spielraum zwar größer - aber auch nicht unbegrenzt. Bis zu 40 Prozent darf ein Bewerber unterhalb des Budgets für eine Stelle liegen - ohne dass er sofort aussortiert wird.

Wie verkauft man sich nicht unter Wert?

Tim Böger, Geschäftsführer von PersonalMarkt, zu den Ergebnissen der Studie: "Die Brisanz der Frage nach dem Gehalt zeigt sich hier besonders deutlich: Wer zu viel verlangt, verspielt möglicherweise seine Karriere. Wer zu wenig verlangt, wird von den Unternehmen häufig als unglaubwürdig oder schlecht informiert eingeschätzt."

Wer zu wenig fordert, signalisiert außerdem mangelndes Selbstbewusstsein, macht sich gar verdächtig. Ein erfahrener Arbeitgeber dürfte schnell an der Kompetenz dieses Kandidaten zweifeln. Andererseits werden nach Expertenschätzung regelmäßig etwa ein Drittel aller Bewerber wegen zu hoher Gehaltsvorstellungen abgewiesen. Ob Selbstüberschätzung, Ignoranz oder schlicht fehlendes Wissen - wer mit seinem Gehaltswunsch sehr daneben liegt, verspielt die Chancen auf den ersehnten Job.

Es ist schwerer geworden, den eigenen Marktwert zu bestimmen. Bislang verlässliche Größen wie zum Beispiel das letzte Gehalt haben oftmals ausgedient. Die Gehälter, die in der vergangenen Boom-Phase gezahlt wurden, können in der derzeitigen Situation kaum noch gezahlt werden. Damit man sich aber auch in Zeiten der Krise nicht unter Wert verkauft, sollte man sich vor einer Bewerbung genauestens über die marktüblich gezahlten Gehälter informieren.

Die wenigsten Bewerber verfügen über ein Netzwerk, das einen solchen umfassenden Überblick gewährleistet. Informationen darüber geben beispielsweise Gehaltsstudien großer Unternehmensberater. Andere Anbieter haben sich auf die individuelle Vergütungsberatung spezialisiert und bieten diesen Service, der sich speziell an Privatpersonen richtet, deutlich preiswerter an. Auf der Grundlage tausender Vergleichsdaten lässt sich in einer persönlichen Gehaltsanalyse schnell und zuverlässig der eigene Marktwert ermitteln.

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