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20.10.2004
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Interimsmanagement

"Der herkömmliche Manager wird zu teuer"

Von Simon Hage

4. Teil: "Eine Generation tritt ab"

mm.de: Werden Unternehmen das Zertifikat, das man bei Ihnen nach erbrachter Leistung verliehen bekommt, akzeptieren?

  "Beim Führungswechsel braucht der Nachwuchs Unterstützung.":  In vielen mittelständischen Betrieben müssen bald junge Fachkräfte das Ruder übernehmen
mm.de

"Beim Führungswechsel braucht der Nachwuchs Unterstützung.": In vielen mittelständischen Betrieben müssen bald junge Fachkräfte das Ruder übernehmen

Marr: Das hängt von der Qualität der Teilnehmer ab. Wir wollen Standards entwickeln, um zu zeigen, was ein Interim-Manager können sollte. Damit beschränkt sich der Qualitätsnachweis des Interim-Managers nicht mehr nur auf dessen Erfahrungsnachweis. Realistischerweise muss man sagen, dass es einige Jahre dauern kann, bis sich ein solches Zertifikat etabliert hat und von den Unternehmen anerkannt wird. Das ist ein reizvolles Experiment, bei dem sich zeigen wird: Sind diejenigen, die den Studiengang durchlaufen haben, tatsächlich besser als andere? Für die Unternehmen soll der Qualifikationsnachweis das Auswahlrisiko vermindern.

mm.de: Wird der Interim-Manager in Zeiten eines Konjunkturaufschwungs überflüssig?

Marr: Nein, denn der Interim-Manager ist keine Krisenerscheinung, sondern eine personelle Alternative, für welche Kosten- und Qualifikationsgründe sprechen. Das kann in wirtschaftlich besseren Zeiten zu einer Verlängerung der Zusammenarbeit führen. Wir brauchen - besonders im Mittelstand - flexible personelle Problemlösungen.

Daneben haben wir noch eine Sondersituation, weil wir im Mittelstand in den nächsten Jahren eine Vielzahl von Eigentümerwechseln zu verzeichnen haben - eine Generation tritt ab. Bei diesem Wechsel braucht der Nachwuchs Unterstützung von Interim-Managern mit Coaching-Funktion. Auf Dauer kann sich ein mittelständisches Unternehmen nicht für alle Bereiche, die strategisch wichtig sind, Spezialisten an Bord holen. Das wird zu teuer. Durch flexible personelle Strukturen und Netzwerkbildung könnte der Mittelstand auch mit der Leistungsfähigkeit von Großorganisationen mithalten und müsste nicht mehr nur nach Nischen suchen.

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