Jede Menge Praxis, Kenntnisse des Redaktionsalltages und nicht zuletzt gute Kontakte sind bei den so genannten Unternehmensredakteuren gefragt. Es gibt viele Redakteure, die "auf die andere Seite des Schreibtisches wechseln", um nun selbst die Kollegen mit Informationen zu versorgen. Redakteure, die im breit gefassten Bereich PR/Kommunikation arbeiten, verdienen durchschnittlich etwa 41.270 Euro pro Jahr. Die Bandbreite der Gehälter ist hier besonders groß: Sie liegt zwischen 30.800 Euro und 48.000 Euro Jahresbruttogehalt.
Echte Spezialisten sind die Technischen Redakteure. Sie müssen eine leicht verständliche Bedienungsanleitung für eine Waschmaschine genauso schreiben können wie Informationen zu extrem komplexen und gefährlichen Produkten wie Flugzeuge oder Atomkraftwerke. Technische Redakteure erhalten ein Jahresbruttogehalt von durchschnittlich rund 40.000 Euro.
Bei den von PersonalMarkt ermittelten Gehaltszahlen fällt auf, dass Frauen im Medienbereich weniger verdienen. Während ein Redakteur auf durchschnittlich 46.530 Euro Gesamtjahresbruttogehalt kommt, erreicht eine Redakteurin lediglich 39.900 Euro. Auch im Bereich PR/Unternehmenskommunikation geht die Schere auseinander: Männer erhalten hier durchschnittlich 45.300 Euro, Frauen 38.500 Euro. Und auch der Chefredakteur verdient deutlich mehr als die Chefredakteurin - er 73.700 Euro, sie 56.700 Euro.
Hartes Brot für Freie
Die Zahl der freien Journalisten, die ihre Tätigkeit hauptberuflich ausüben, schätzt der DJV auf insgesamt über 22.500 mit steigender Tendenz. Denn in der Branchenkrise haben die Medienunternehmen tausende von Redakteuren vor die Tür gesetzt. Da greift das alte Branchengesetz: Ein Journalist kann kaum arbeitslos sein, höchstens stellenlos. Viele entlassene Journalisten halten sich durch freie Mitarbeit über Wasser - häufig eher mühsam.
Was freie Journalisten verdienen, ist wegen der vielen unterschiedlichen Beschäftigungsformen und Mediensparten schwer zu ermitteln. Es gibt zwar einen Tarifvertrag, aber der gilt nur für "arbeitnehmerähnliche" freie Journalisten und wird von vielen Medienunternehmen ohnehin ignoriert. Die Gewerkschaften starten regelmäßig Einkommensumfragen, und die belegen eine wirtschaftlich stark angespannte Lage. So zeigte im vergangenen Jahr eine DJV-Umfrage unter freien Journalisten bei Zeitschriften, dass 41 Prozent unter einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro blieben. Ein Drittel erreichte 20.000 bis 40.000 Euro, nur jeder vierte brachte es auf über 40.000 Euro - und das bei schlechterer sozialer Absicherung und meist längerer Arbeitszeit als bei fest angestellten Redakteuren.
Auch Anne Zipfel wird bald zum Heer der "Freelancer" zählen. Sie will jetzt versuchen, als freie Journalistin Fuß zu fassen. Erste Aufträge hat sie bereits an Land gezogen - von ihrem alten Arbeitgeber.
Von Heike Friedrichsen, Personalmarkt.de
(* Name geändert)
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