Von Karsten Langer
Die Vorlesung dient der Auseinandersetzung und Vertiefung, nicht der primären Stoffaufnahme. Fast alle Universitäten bieten Ablaufpläne, Literaturlisten und Kolloquien unterdessen online an. Derer sollte man sich ausgiebig bedienen. Der Student hat eine Holschuld, nicht die Universität eine Bringschuld, Eigeninitiative ist gefragt, nicht Passivität und Behäbigkeit.
"Bibliotheken haben auch in den Semesterferien geöffnet, und anstatt sich über mangelnde Betreuung und fehlendes Personal zu beschweren, sollte der Student lernen, zielorientiert zu improvisieren. Außerdem haben die preußischen Sekundärtugenden Fleiß, Pflichtbewusstsein und Disziplin ihre Berechtigung nicht verloren", so Karl Bosshard.
Über das genuine Fach hinaus sollte sich der Vorstandsanwärter mit erkenntnistheoretischen Grundlagen auseinandersetzen. Es schadet nicht, zu wissen wer Karl Popper und Immanuel Kant sind, und womit sich die Herren beschäftigt haben. Veränderungen im Unternehmen und in der Gesellschaft können nur mit dem entsprechenden philosophischen oder soziologischen Hintergrund wahrgenommen und angemessen analysiert werden. Im Hauptstudium ist auch Breite gefragt, nicht nur Tiefe.
Come in and find out
Wenn Unternehmen heute darüber klagen, dass ihre Mitarbeiter häufig keine Fremdsprache (von der Muttersprache ganz zu schweigen) beherrschen, dann tun sie das zu Recht. Mehr als die Hälfte der deutschen Universitätsabgänger sind des Englischen in der Praxis nicht mächtig.
Ein breiter aktiver und passiver Sprachschatz sind in jeder Führungsposition Vorausetzung, am besten werden Studenten an Universitäten präpariert, die mindestens die Hälfte ihrer Veranstaltungen in Englisch abhalten. Von Vorteil kann es auch sein, wenn ein Professor aus dem englischen Sprachraum an der Uni lehrt. Spanisch oder Französisch runden das Sprachwissen ab.
Praktika während des Studiums sind obligatorisch. Schon früh sollten Kontakte zu Forschungseinrichtungen und Unternehmen aufgenommen werden.
Die Lernform dagegen ist im Studium nicht so wichtig. Oft ist es besser, allein die Sachverhalte zu durchdringen, als in der Gruppe an der Oberfläche zu verharren. Das Lernen in der Gruppe dient der Auseinandersetzung und Festigung, das individuelle Lernen ist Grundlage für den Wissenserwerb.
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