Gießen - Im Prozess um Anlagebetrug in zweistelliger Millionenhöhe hat das Landgericht Gießen am Dienstag den Haupttäter Wilhelm Just zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Sechs Mitangeklagte erhielten wegen Betrugs und Untreue Bewährungsstrafen zwischen 11 Monaten und zwei Jahren mit zum Teil hohen Geldstrafen oder -auflagen für die Schadenswiedergutmachung. Dem aus dem mittelhessischen Butzbach kommenden Just wurde seine Auslieferungshaft in Brasilien angerechnet.
Deshalb setzten die Richter die Reststrafe zur Bewährung aus. Das milde Urteil gegen die sieben Männer war das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen den Prozessbeteiligten, nachdem die Angeklagten in dem nur dreitätigen Verfahren die Vorwürfe eingeräumt hatten.
"Gewaltige Geldvernichtungsmaschine"
Als damaliger Alleinvorstand der Firmengruppe Assekuranzkontor Just (AKJ) hatte der gelernte Maschinenschlosser unter Mithilfe der ehemaligen sechs Mitglieder der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats jahrelang Tausende von Anlegern um mehrere Millionen Euro geprellt.
"Just hat eine gewaltige Geldvernichtungsmaschine ins Laufen gebracht", sagte der Vorsitzende Richter Frank Oehm. Den Gesamtschaden schätzen die Ermittler auf bis zu 90 Millionen Euro. Mehr als 22.000 Anleger seien betroffen, teilte Konkursverwalter Bernd Reuß auf Anfrage mit. Das Insolvenzverfahren wurde am Montag eröffnet. Aus prozessualen Gründen hatte die Staatsanwaltschaft die Anklage auf etwas mehr als 5800 Anleger und 35 Millionen Euro beschränkt.
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