Hamburg - Seit die Informatik Ende der 60er Jahre zu einer eigenständigen Disziplin wurde, gibt es bei den Gehältern ein bisweilen stürmisches Auf und Ab. Langsam klettern die Vergütungen wieder und sind gegenüber dem vergangenen Jahr um 2 Prozent gestiegen - gute Nachrichten für eine Branche, die wie keine andere unter Beobachtung steht.
Wohl noch nie wurde eine einzelne berufliche Qualifikation so sehr als der Engpass einer Volkswirtschaft empfunden, dass sich ein Bundeskanzler persönlich dieser Berufsgruppe annahm: Großzügig verteilte die Bundesregierung Greencards, verzweifelt wurden Informatiker jeder Couleur gesucht. Firmen in der Informationstechnologie lockten mit Topvergütungen, Aktienoptionen, Dienstwagen und Fitnessangeboten. Auch Quereinsteiger, die noch schnell auf den dahin rasenden Zug der New Economy aufsprangen, konnten Traumgehälter aushandeln.
Zunächst kräftige Abstriche beim Gehalt
Als der Zug bald darauf mit einem großen Knall im Orkus verschwand, war auch der Traum vom hohen Gehalt vorbei. Viele der so genannten IT-Fachkräfte mussten sich erst einmal die Augen reiben, bevor sie realisierten, dass das Papier auf dem Schreibtisch vor ihnen kein Auftrag für ein schönes neues Projekt, sondern die Kündigung war.
Auch Regina Ragow (31) traf es völlig unvorbereitet: Das Unternehmen, bei dem die studierte Informatikerin drei Jahre lang in der Konzeption arbeitete - für ein jährliches Bruttogehalt von fast 40.000 Euro - meldete von einem Tag auf den anderen Insolvenz an. Fast alle Mitarbeiter erhielten betriebsbedingte Kündigungen.
Regina Ragow hatte Glück: Sie erhielt eine ordentliche Abfindung und fand Unterschlupf bei einem Unternehmen, bei dem sie schon einmal während des Studiums gejobbt hatte. Dort arbeitet sie jetzt in der Softwareentwicklung. Beim Gehalt jedoch hat sie erst einmal deutliche Abstriche hinnehmen müssen.
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