Von Martin Scheele
Hamburg - Unternehmer Jost Hellmann (51) ist fest verankert in der Hamburger Gesellschaft. Ob beim Neujahrsempfang einer Image- und Managementberaterin mit illustren Gästen wie Verleger-Enkel Axel Sven Springer oder Werber Konstantin Jacoby, ob im Beirat des hanseatisch-elitären Hafen-Klubs oder als edler Spender des Universitätsklinikums: Jost Hellmann beweist Bodenhaftung.
Keine Frage, sein Cousin Klaus Hellmann (53) steht ihm da in nichts nach. In Osnabrück, dem Hauptsitz des Speditionskonzerns Hellmann Worldwide Logistics, setzt sich der pfiffige Spediteur für Umweltbelange ein. Im so genannten "Club of Wuppertal" - Motto: "Wir wollen den Ast nicht absägen, auf dem wir sitzen" - ebenso. Vergeblich blieb sein Engagement für die Anwerbung der Bundesgartenschau 2013. Den Zuschlag erhielt nicht Osnabrück, sondern ausgerechnet die Stadt, in der sein Vetter residiert: Hamburg.
In erster Linie wirken die Cousins allerdings als Unternehmer - und führen den Logistikkonzern erfolgreich in der vierten Generation. Ihr unternehmerisches Markenzeichen ist der Expansionsdrang. Ob Hongkong, Mauritius oder Korea: Es gibt mittlerweile kaum ein Land, in dem das rot-blaue Hellmann-Logo nicht Präsenz zeigt. Mit 341 Büros in 134 Ländern ist das Unternehmen global aufgestellt.
In Top Ten der verschwiegenen Speditionsbranche
Politisch haben die beiden Transporteure bei der Globalisierung ihrer Geschäfte keine Berührungsängste: So führten sie eine internationale Delegation von Topmanagern an, die mit Kubas Staatschef Fidel Castro zwei Tage lang Wirtschaftsfragen erörterte.
In der verschwiegenen und undurchsichtigen Branche der Spediteure und Logistiker, die mit offiziellen Geschäftszahlen über den Faktor Umsatz hinaus zumeist hinter dem Berg hält, belegt der Konzern nach Schätzungen einen Platz unter den ersten zehn in Deutschland. Im Sektor Luftfracht nimmt Hellmann einer Statistik zufolge sogar den zwölften Rang weltweit ein.
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