Von Karsten Langer und Christian Keun
Hamburg - Wollte "Durchlaucht", wie ihn seine schwäbischen Landsleute gelegentlich in einem Anflug von Ehrfurcht nennen, seine Forsten und Ländereien zu Fuß durchqueren, er wäre tagelang unterwegs.
Imposant weitläufig sind die Latifundien derer von Waldburg-Zeil, an die 10.000 Hektar gehören Fürst Georg und seiner Familie. Mit anderen Worten: Ganze Landstriche Baden-Württembergs und Bayerns.
Der Chef der adeligen Sippe residiert mittendrin - genauer gesagt oberhalb des Städtchens Leutkirch im Allgäu - auf Schloss Zeil. Das schnieke Renaissance-Domizil zeugt von Stand, der Name des Schlossherrn von Herkunft: Maria Georg Konstantin Ignatius Antonius Felix Augustinus Wunibald Kilian Bonifacius Georg von Waldburg-Zeil, Reichserbtruchsess und siebenter Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg. Fans der deutschen Blaublüter-Szene goutieren Stammbäume wie den des Waldburgers als "Hochfreien Uradel".
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Den kaisertreuen Vorvätern sei Dank
Ahnherr ist Eberhard von Waldburg aus dem Geschlecht der Dienstmannen von Tanne, der um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert gelebt hat. Er gilt als Namenspatron der Ländle-Dynastie.
Heute steht der vornehme Name weniger für blutiges Unterwerfen als eher für behutsames Wiederaufrichten. Neben der als vorbildlich - weil naturnah und Boden verbessernd - geltenden Wald- und Forstwirtschaft betreibt die Familie einen Flugplatz, Spielbanken, Zeitungen und eine Reihe von Reha-Kliniken. Vor allem im Süden der Republik ist die Waldburg-Zeil-Gruppe mit gut einem halben Dutzend Kurzentren präsent.
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