Graue Männer, Graue Frauen
Männer kommen meist aus beruflichen Gründen zu der Stilberatung - und tun sich schwer damit, dies in der Öffentlichkeit zuzugeben. "Die Männer muss man auf eine nette, humorige Weise ansprechen und möglichst in Einzelberatungen gezielter angehen", sagt Stiels. "Man darf das nicht so bierernst nehmen."
Generationen, die auf den ersten Blick nichts trennt: Manager in Arbeitskleidung
Eine Farb- und Stilberatung macht keine Karriere, aber sie kann ein Baustein dafür sein. "Weil die Ausstrahlung stimmiger und die Person selbstbewusster wird", erklärt Angelika Frahm. Eine komplette Imageberatung inklusive Farbanalyse, Typ- und Stilberatung, Garderoben-Check und Make-up-Beratung kostet zwischen 300 und 500 Euro. Wer sich dafür interessiert, sollte sich genau nach dem Anbieter und seiner Qualifikation erkundigen. Das Berufsbild ist nicht geschützt. "Es gibt auch Anbieter, die das nach mangelhafter Ausbildung nebenbei betreiben", sagt Georg Stiels. Man sollte auch nach den Referenzen und dem Vorgehen fragen, rät Angelika Frahm.
Persönlichkeit und Elan
Auch für Berufseinsteiger kann sich die Investition lohnen, denn die Unternehmen achten auf die Ausstrahlung der Kandidaten. "Wir machen uns ein Bild und schauen, wer ins Team passt", sagt zum Beispiel Beate Schlosser, Pressereferentin der Commerzbank in Frankfurt. Da genügt es nicht, fachlich gut vorgebildet zu sein, da müssen auch Persönlichkeit und Elan rüberkommen. Firmenschulungen geben Imageberater vor allem für Berufsgruppen mit Kundenkontakt, vom Außendienstler, Empfangsmitarbeiter bis zum Kundenberater der Bank.
Imageberatung für die eigenen Mitarbeiter hat sich allerdings noch nicht überall durchgesetzt: Das sei zumindest nicht Teil der Gesamtstrategie, sagt Michaela Roth, stellvertretende Pressesprecherin beim Deutschen Sparkassen und Giroverband in Berlin. "Auf die Idee ist hier noch keiner gekommen", so auch Beate Schlosser. Für die Pressereferentin der Commerzbank ist das eher eine persönliche als eine Firmenangelegenheit: "Ich jedenfalls wäre nicht begeistert, wenn ich mir im Kreise meiner Kollegen sagen lassen müsste, was zu mir passt und was besser nicht."
Deike Uhtenwoldt, dpa
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