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16.07.2004
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Familie Grohe

Warmer Regen dank Duschköpfen

Von Karsten Langer und Christian Keun

2. Teil: Hin und her, Taschen voll

Hin und her, Taschen voll

Zwei Jahre später erhält Friedrich Grohe die ersten Exportaufträge für Armaturen. Nach dem Krieg wird das Unternehmen in "Friedrich Grohe Armaturenfabrik" umfirmiert. Durch Akquisitionen und Gründung von Tochtergesellschaften wächst die Firma bis in die späten sechziger Jahre sukzessive.

  Puristisch:  Grohe Waschbecken "Atrio"
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Puristisch: Grohe Waschbecken "Atrio"

1968 entschließt sich der Firmengründer, 51 Prozent der Gesellschaftsanteile an ITT International Telephone + Telegraph abzugeben. Unter den neuen Mehrheitseignern aus Amerika wird das Auslandswachstum Grohes forciert. Das Unternehmen floriert auch deshalb, weil die neuen Investoren keine Rücksicht mehr auf die Geschäfte von Hans Grohe nehmen müssen. Es entstehen Niederlassungen in Holland, den USA, England, Spanien und Belgien. 1983 stirbt Friedrich Grohe.

Die Nachkommen des Gründers, die Brüder Charles und Bernd Grohe, holen das Unternehmen in die Familie zurück. Nur ein Jahr nach dem Tod Friedrich Grohes kaufen sie ITT die Gesellschaftsanteile wieder ab. Weiter auf globalem Wachstumskurs, wandeln sie die GmbH 1991 in eine Aktiengesellschaft um. Ihr Going Public wagen sie noch im selben Jahr.

500 Millionen Euro Gewinn

Fast zehn Jahre wurden die Grohe-Papiere von den Aktionären mal mehr, mal weniger beachtet. Dass Analysten Grohe lediglich als Baunebenwert einstuften, half weder dem Image des Titels, noch verlieh es dem Kurs Flügel. Gute Zahlen - Grohe erreichte 1998 eine Nettoumsatzrendite von 7,3 Prozent und damit einen in der deutschen Industrielandschaft eher seltenen Wert - und hervorragende Produkte schienen die Börse nicht zu interessieren.

1999 entschließt sich der Mehrheitsaktionär, die Familie Grohe, ihr Aktienpaket an die unabhängige britische Private-Equity-Gesellschaft BC Partners zu verkaufen. Der Preis, über den Stillschweigen vereinbart wurde, soll rund 1,3 Milliarden Euro betragen haben. "Eine ganz persönliche Entscheidung" sei der Verkauf gewesen. Ohne die "unerträglichen politischen Rahmenbedingungen" hätte man sich nicht vom Unternehmen getrennt, versichert der Aufsichtsratsvorsitzende Charles Grohe damals.

Bei Grohe gibt man sich begeistert. Nachdem man im März 2000 die Börse verlassen habe, herrschte regelrecht Aufbruchstimmung. Immer wieder gab es in der Folgezeit trotzdem Pläne, Grohe zurück an die Börse zu bringen. Mit dem Verkauf hat sich diese Frage fürs erste erledigt. Sollte der Verkauf an die Texas Pacific Group dem ehemaligen Eigentümer BC Partners tatsächlich 1,8 Milliarden in die Kassen gespült haben, war die Investition in Grohe ein einträgliches Geschäft.

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