Von Martin Scheele
Hamburg - Man spaziert auf Marmorfliesen im Schachbrettmuster und auf schweren Läufern, erblickt Glasleuchter an hohen Decken und Säulen, die den Raum geschickt trennen und Treppen- und Balkongeländer verzieren. Die Farben Rot, Beige und Weiß dominieren. Willkommen im Eingangssaal des Hotel Park Maritim in Mannheim, diesem pompösen Prachtbau aus der Zeit von Kurfürst Friedrich IV. (1583 - 1610).
In einem derart edlen Ambiente trifft sich schon mal die Großfamilie Röchling, deren Wurzeln bis in die Zeit eben jenes Kurfürsten Friedrich IV. zurückreichen, zur Gesellschafterversammlung. Ob hier, in Berliner Luxushotels oder anderen exquisiten Nobelherbergen: Wenn der Clan unter der Führung des eingeheirateten Oberhaupts Klaus Greinert zusammenkommt, müssen regelmäßig große Säle gemietet werden: Bis zu 200 Familiengesellschafter werden erwartet.
Wenn die Röchlings sich in Mannheim treffen, haben viele von ihnen einen kurzen Anfahrtsweg. Die Rhein-Neckar-Region ist Lebensmittelpunkt vieler Familienmitglieder. Ursprünglich aber kommen sie aus dem Westfälischen, ihre wirtschaftliche Entstehungsgeschichte ist allerdings untrennbar mit dem Saarland verbunden. Auf einer Ebene vergleichbar mit den Krupps oder Haniels, galten sie lange Jahre als die Stahlbarone von der Saar.
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Zwischen dem Bild, das die Röchlings einst und heute abgeben, klafft nicht nur eine zeitliche Lücke von 464 Jahren, nein - in den Jahrhunderten Familiengeschichte veränderten sich deutlich Geschäftsschwerpunkte und Lebensentwürfe. Während die Röchlings von damals den Willen zum selbstständigen Unternehmer scheinbar mit der Muttermilch aufsogen, mit feiner Spürnase Marktlücken entdeckte und mit Leidenschaft Unternehmen im Bereich Kohle und Stahl aufbauten, zeigen sich die heutigen Generationen größtenteils geschäftsmüde. Sie interessiert eher die Antwort auf die Frage: "Wie hoch ist der ROI?"
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