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25.06.2004
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Thomas Bruch

Nicht kaputtzukriegen

Von Jörn Sucher

2. Teil: Globus soll "kapitalmarktfähig" werden

Bruchs Strategie geht auf. Dabei wirkt er noch gar nicht lange an der Spitze des Unternehmens. Zwar sitzt der Firmenerbe seit 1981 in der Geschäftsführung, über Jahre galt aber sein Einkäufer Josef Schmidt als das Gesicht von Globus. Doch dann kam es zum Bruch mit Bruch, weil die Märkte das Geschäftsjahr 2000/2001 erstmals mit einem Verlust abschlossen.

  Globus-Markt in Forchheim:  "Rückbesinnung auf die alten Stärken"
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Globus-Markt in Forchheim: "Rückbesinnung auf die alten Stärken"

Bruch hatte mit Schmidt zusammen einen internen Zentralisierungskurs eingeschlagen und gleichzeitig auf Expansion unter anderem in den tschechischen Markt gesetzt; augenscheinlich der falsche Weg.

Die roten Zahlen schlugen dem erfolgsverwöhnten Firmenerben wohl aufs Gemüt. Der zog dann auch die Konsequenzen, sprach von "Rückbesinnung auf die alten Stärken", opferte Schmidt und machte der strategischen Geisterfahrt ein Ende. Die Filialleiter erhielten ihre Autonomie zurück, die Zukäufe wurden gestoppt und der bisher im Hintergrund aktive Bruch leitet seitdem auch das operative Geschäft.

Die harte Kurskorrektur erfolgte aus gutem Grund. Die als gut geführt, dynamisch und rentabel geltende Globus-Gruppe hat von jeher Begehrlichkeiten der Konkurrenz geweckt. Unter anderem meldete Wal-Mart Chart zeigen Interesse an. Den Einstieg in den deutschen Markt wollten die Amerikaner nach allerlei Rückschlägen via Globus forcieren. Schlechte Ergebnisse sind kaum förderlich, um Übernahmegerüchte zum Verstummen zu bringen.

Globus soll "kapitalmarktfähig" werden

Eine Veräußerung kommt für den Geschäftsführer indes nicht in Frage. Stattdessen wappnet er seinen Betrieb gegen Aufkäufer. 2002 hat Bruch ein Bündnis mit der mächtigen Edeka-Gruppe geschlossen, um gegen weitere Attacken gefeit zu sein.

Nunmehr geht er in die Offensive. Jüngst kündigte der Konzernlenker an, sich von der arkanen Firmentradition zu verabschieden. Globus, sagte Bruch gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", soll "kapitalmarktfähig" werden. Gefragt danach, was er mit dem von Anlegern eingesammelten Geld machen wolle, spielte er auf der kompletten Klaviatur des Möglichen - von der Sanierung der alten Märkte über eine Expansion in Deutschland bis hin zum Einstieg in den russischen Markt.

Grundsätzlich aber gilt: Globus will wachsen und zwar allein. Mit flankierenden Maßnahmen sichert Bruch dann auch den Einfluss der Familie. Der Streubesitz soll bei höchsten 25 Prozent liegen. Über ein Stiftungsmodell soll der Einfluss des Bruch-Clans erhalten bleiben.

Die Chancen, dass bei der Gruppe weiterhin die Familie das Sagen hat, sind mithin gut. Denn schon steht eine sechste Generation bereit - Thomas Bruch hat drei Söhne -, um die Geschäfte in Zukunft zu führen. Außerdem ist es für den Erben fast schon eine moralische Pflicht, das Unternehmen in Familienhand zu belassen.

"Für mich ist Geld nicht alles. Ich bin nicht an Milliarden interessiert", sagte Bruch, angesprochen auf einen möglichen Verkauf, im Interview mit der "Lebensmittel-Zeitung". Schlechte Karten für potenzielle Käufer; neben unternehmerischem Erfolg und Unauffälligkeit zählt offenbar auch Bescheidenheit zu seinen Tugenden.

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