Von Katy Weber und Martin Scheele
Gisbert von Nordeck, der Ehemann von Andrea, übernahm die Firmen Kelly in Österreich und Wernli in der Schweiz, daneben Immobilien und Finanzdienstleistungsgesellschaften. Das Kerngeschäft Süßgebäck steht weiterhin unter der Leitung von Werner Michael Bahlsen. Lorenz Bahlsen übernahm das Snack-Geschäft (Salzletten, Crunchips) und firmierte es in Lorenz Bahlsen Snack-World um. 3500 Mitarbeiter erwirtschafteten 446 Millionen Euro Umsatz in 2003.
Über die konkrete Höhe ihrer Gewinne schweigen sich die Bahlsen-Brüder vornehm aus. Lorenz Bahlsen sagt nur so viel: "Wir arbeiten profitabel". Die Beteiligung Dritter an seinem Unternehmen schließt er definitiv aus. "Wir bezahlen einen erheblichen Teil unserer Investitionen aus dem Cashflow, den Rest über Bankdarlehen", betont er.
Auch den Keksfabriken von Werner Michael Bahlsen geht es dem Vernehmen nach gut. Nach zuletzt verfügbaren Zahlen setzte das Unternehmen in 2002 mit 3900 Mitarbeitern 551 Millionen Euro um. Fast die Hälfte des Umsatzes wird im Ausland generiert. Betriebsratschef Walter Windmann lobt in der "Welt": "In Familienunternehmen gibt es oft ein höheres Verantwortungsgefühl für die Arbeitsplätze. Das spürt man auch bei uns". Größere Entlassungswellen gab es bisher nicht. Auch soll der Schwerpunkt der Produktion weiterhin in Deutschland bleiben. Das Keks-Imperium produziert außer in Deutschland in zwei Fabriken in Frankreich und in einer polnischen Manufaktur.
Wie sehr Führungsetage und Mitarbeiterschaft an einem Strang ziehen und harmonieren, zeigt sich in der Kantine. Nach guter Tradition bereitet einmal die Woche eine Abteilung ein Gericht zu - mit Hilfe der Profi-Köche. Da will auch Konzernchef Werner Bahlsen den Mitarbeitern in nichts nachstehen: Er briet zwei Stunden lang Lachs für die gesamte Belegschaft. Zum Nachtisch gab es - Kekse.
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