Von Katy Weber und Martin Scheele
Hamburg - Es gibt in Deutschland wohl kaum eine ägyptische Hieroglyphe, die bekannter ist als das TET, gesprochen "dschet". Das TET setzt sich zusammen aus einem Oval, einer Schlange, einem Halbkreis und drei Punkten und bedeutet so viel wie "ewig dauernd".
Und wer sich mit seinem Einkaufswagen durch ein Kaufhaus schiebt und in der Süßwarenabteilung nach den berühmten Leibniz-Butterkeksen greift, der hat das TET ganz nah vor Augen. Die Wahl kann auch auf eine Packung "Ohne Gleichen", ABC-Kekse, Chokinis oder, oder, oder fallen; die Schlange ist überall, weiß auf rotem Grund, neben dem nicht minder bekannten Schriftzug von Hermann Bahlsen, weiß auf blauem Grund.
Leibniz und der Keks
Hermann Bahlsen, Exportkaufmann und Erfinder leckerer Dinge, machte sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts auf den Weg nach England und kehrte mit der Idee zurück, die deutsche Bevölkerung auf den Geschmack englischer Cakes zu bringen. Er fing an, Cakes, die er später Kekse nannte, im großen Stil zu produzieren, verpackte sie mit luft- und feuchtigkeits-undurchlässigem Material, machte sie damit "dschet", ewig dauernd haltbar, und schuf die Marke Bahlsen, mit ebenfalls langem Haltbarkeitsdatum.
Sein Unternehmen wuchs. Bei der Gründung beschäftigte Hermann Bahlsen zehn Mitarbeiter, zehn Jahre später waren es 300. 1905 führte er das erste Fließband in Europa für die Verpackung von Leibniz-Keksen ein, vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs backten und packten 1700 Mitarbeiter in der Bahlsen-Fabrik. Hermann Bahlsen war auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
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