MBA - "Mediocre But Arrogant"
Eine Folge der Korrekturen wird sein, dass damit höchstwahrscheinlich auch das Ende des amerikanischen Managementparadigmas begonnen hat. Der Schwanengesang wird seine Zeit dauern, aber der Anfang ist gemacht.
Eine ganze Generation jüngerer Manager hat nichts anderes gelernt, als die Klischees der MBA-Programme. "Mediocre But Arrogant", hat selbst der berühmteste amerikanische Manager dazu einmal gesagt.
Sie werden nun lernen müssen, dass die Führung eines Unternehmens nicht aus dem Lösen von Fallstudien besteht, sondern aus dessen Gegenteil, nämlich zu erkennen, wo sich welcher Fall zusammenbrauen könnte. Wenn alles schön sauber in einer Fallstudie niedergelegt werden kann, ist ein Problem kein Problem mehr, sondern nur noch der Vollzug von Arbeit.
Die ultimativen Wahrheiten sind Desorientierungsgrößen
Wenn man einen Business Plan à la Business School machen kann, haben andere das Geschäft längst gemacht. Business Administration ist, was der Name sagt, Verwaltung, aber nicht antizipierendes unternehmerisches, gar strategisches Handeln.
Diese Generation wird die Erfahrung machen, dass die als ultimative Wahrheiten rund um die Welt propagierten Orientierungsgrößen - Shareholder, Stakeholder, Wertsteigerung - tatsächlich Desorientierungsgrößen sind. Daher sind Orientierungs- und Ratlosigkeit schon jetzt in den Führungsetagen zu sehen - immer weniger gut kaschierbar, wenn auch noch immer mit Imponiergehabe übertüncht.
Die Jüngeren haben noch Zeit umzulernen. Es wird hart für sie sein, aber immerhin möglich. Die bereits Älteren, die durch dieselbe Schule gegangen sind, sich indoktrinieren ließen oder einfach anpassen mussten, werden wenig Zeit zum Umlernen haben. Das Wichtigste für alle wird sein, rasch die kollektiven Verirrungen zu erkennen und sich mit den Alternativen zu befassen.
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