Im Februar schrieb ich in dieser Kolumne, dass ein Alternativszenario zur Mainstream-Meinung nötig sei, das von fallenden Aktienkursen, Immobilien und Edelmetallen ausgehe, von steigenden Zinsen und einer generellen Verschärfung der Rezession, also vom Gegenteil der zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden und im Wesentlichen noch immer vertretenen Auffassung USA, Klotz am Bein.
Fredmund Malik: "Die Strukturschwächen der US-Wirtschaft werden voll aufbrechen."
Damit scheint mir die Richtung für die nächste Zeit vorgegeben zu sein. Es hat, wie ich mehrfach darlegte, etwas Geduld gebraucht, bis die Trendwenden in den verschiedenen Märkten vollzogen waren.
Die schlechten Nachrichten werden sich häufen
Am Grundszenario, dass ein lange dauernder Bärenmarkt begonnen hat, hatte ich in den vergangenen zwölf Monaten keine Zweifel. Die Kursanstiege der Aktien seit März 2003 waren Korrekturbewegungen zum Bärenmarkt und nicht der Wiederbeginn des Bullenmarktes der 90er Jahre. Das wird meines Erachtens auch der Charakter weiterer Erholungsphasen sein, die in einem Bärenmarkt heftiger sein können, als die Korrekturen eines Bullenmarktes.
Der Unfug von der "asset-based wealth-driven economy", der von den Mainstream-Ökonomen in den USA vertreten wird, wird in den nächsten zwölf bis 36 Monaten sichtbar werden. Die Strukturschwächen der US-Wirtschaft werden voll aufbrechen. Die schlechten Nachrichten werden sich häufen, und selbst gute Nachrichten werden - für Unkundige überraschend - keine positive Wirkung auf die Märkte mehr haben.
Eine ausführliche Analyse der US-Wirtschaft habe ich andernorts vorgelegt (siehe Management Zentrum St. Gallen, Wirtschaftslage 2004: "Amerika ist keine Wirtschaftslokomotive") sowie Management Zentrum St. Gallen, Wirtschaftslage 2004: "Amerika ist keine Wirtschaftslokomotive, Teil 2").
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