Von Arne Stuhr
Wende mit Wiedeking
Wie dem auch sei, als erster familienfremder Vorstandsvorsitzender trat Ernst Fuhrmann 1972 die Nachfolge von Porsche-Gründer Ferry Porsche an. Auf Fuhrmann folgten der Deutschamerikaner Peter Schutz, der Finanzexperte Heinz Branitzky und der aus der Computerindustrie kommende Arno Bohn.
Sie alle schafften es aber nicht, die Depression bei Porsche - die Absatzzahlen brachen massiv ein - zu beenden. Die Lage war so dramatisch, dass sogar kurzzeitig ein kompletter Verkauf des Unternehmens erwogen wurde.
Auf dem Höhepunkt der Krise im Jahre 1992 fiel schließlich die Entscheidung, Wendelin Wiedeking zum neuen Porsche-Chef zu machen. Favorit war zwar Wolfgang Reitzle, BMW ließ den heutigen Linde-Chef aber damals nicht ziehen. Auch die mögliche Rückkehr der Familie in die operative Führung wurde verworfen, da der einzige mögliche Kandidat - Ferdinand Piëch - bereits als Thronfolger von Carl Hahn bei Volkswagen gehandelt wurde.
Den Entschluss, auf den Produktionsfachmann Wiedeking gesetzt zu haben, dürfte der Porsche-Clan genauso wenig bereut haben, wie die 1994 von der Familie erbrachte Kapitalerhöhung in Höhe von 200 Millionen Mark. Mittlerweile steht Porsche glänzend da.
Allein in den vergangenen fünf Jahren vervierfachte sich der Börsenwert des Unternehmens. Angesichts des großen Erfolgs des Geländewagens Cayenne, der anstehenden Präsentation des neuen 911er im Juli dieses Jahres und der bereits diskutierten vierten Baureihe - entweder eine viersitzige Sportlimousine oder ein großes Coupé - dürfte sich an diesem Trend so schnell nichts ändern.
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