Hamburg - Sein Name wurde Heinrich Heine zum Verhängnis: Im Bewerbungsgespräch brachte Lars Schmidt, der Personalchef der Düsseldorfer Werbeagentur BBDO, das Gespräch auf den großen Dichter und Denker - und erwischte den gleichnamigen Bewerber auf dem falschen Fuß.
"Der wusste überhaupt nichts über seinen großen Namensvetter", sagt Schmidt. "Das ist wirklich erbärmlich."
Von diesem Lapsus und anderen peinlichen Bildungslücken berichtet die "Junge Karriere" in ihrer Aprilausgabe. Das Job- und Wirtschaftsmagazin befragte Personalchefs in 300 deutschen Unternehmen, darunter die Deutsche Bank
, BASF
, Siemens
, Merck und Metro
.
Ergebnis: Deutschlands Personalchefs fühlen sich um den Schlaf gebracht, von Heinrich Heine und anderen ahnungslosen Zeitgenossen.
Völlig aus dem Rhythmus
42 Prozent der Befragten beschweren sich darüber, dass das Wissensniveau der Hochschulabsolventen in den letzten Jahren erheblich gesunken sei. Von 100 Bewerbern entsprächen nur 36 den Wissensanforderungen der Firmen. Ganze zwei Prozent der Personalchefs gestehen ihren Bewerbern eine sehr gute Allgemeinbildung zu.
Solche Leerstellen sind nicht nur peinlich, sie können auch der Karriere schaden: Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelkammertages lassen Unternehmen trotz vieler Bewerbungen Positionen unbesetzt, weil kein Kandidat ihren Wissensanforderungen entspricht. Demnach finden 18 Prozent der Betriebe für ihre Ausbildungsplätze keine geeigneten Bewerber - wegen gravierender Bildungsmängel. Doch auch Uni-Absolventen bekleckern sich bei Wissensfragen nicht gerade mit Ruhm.
Nur 25 Prozent kennen sich gut oder sehr gut in der deutschen Rechtschreibung aus, mäkeln die Recruiter. Nur handelsübliches Genörgel nach dem Motto "Früher war alles besser"?
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