Berlin - Vorbei die Zeiten, da Fleiß, Engagement und Treue zum Unternehmen den Karriereweg wie selbstverständlich ebneten. Heute sind viele Menschen gezwungen, Entlassungen zu verarbeiten, ungeliebte Versetzungen zu akzeptieren oder neue Perspektiven zu entwickeln, wenn sich der eingeschlagene Berufsweg als Sackgasse entpuppt. Bei der Bestimmung des eigenen Standortes in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt können Karriereberater helfen.
In Deutschland sei der Begriff Karriere negativ behaftet, sagt Helga Krausser-Raether, selbstständige Karriereberaterin aus Frankfurt. "Das bedeutet schneller Aufstieg, fast schon etwas Zwanghaftes", sagt sie. Im Grunde genommen aber sei die Karriere einfach die berufliche Geschichte jedes Einzelnen.
"Die Kurve geht nicht immer nur nach oben, sie nimmt manchmal auch einen Zickzack-Kurs", so Krausser-Raether. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass der Beruf nicht isoliert gesehen werden kann. "Die gesamte Lebensplanung spielt eine Rolle, auch die Ausgewogenheit zwischen Beruf und Privatleben."
Auf der Suche nach dem Ziel
Aufgabe der Karriereberater ist es, Menschen dabei zu helfen, sich ein neues berufliches Ziel zu setzen. Sowohl Studenten, die den Einstieg ins Berufsleben suchen, als auch gestandene Mitarbeiter mit langjähriger Berufserfahrung suchen bei den Beratern nach Tipps und Tricks.
"Wir sind wie ein Katalysator", sagt Doris Brenner, Karriereberaterin aus Rödermark und Gründerin der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung (DGFK)in Frankfurt. Die Berater helfen, Fähigkeiten und Berufswünsche zu erkennen, und begleiten die Jobsuchenden im Idealfall durch den gesamten Bewerbungsprozess, bis das gesteckte Ziel verwirklicht ist.
Bei der Suche nach dem geeigneten Berufsfeld ist von allen Beteiligten Kreativität und Ehrlichkeit gefragt. "Es kann nicht sein, dass wir uns entsprechend einer Stellenanzeige verbiegen", sagt Brenner. Viele Menschen denken in festgefahrenen Bahnen und bringen sich so selbst um viele Möglichkeiten, so Brenners Erfahrung.
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