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10.02.2004
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Horst Brandstätter

Der Playmobil-Mann

Von Martin Scheele

Schlips und Kragen? 16-Stunden-Arbeitstage? Der Mann hinter den unverwüstlichen Playmobil-Figuren entspricht nicht dem Bild des typischen Unternehmers. Dem Erfolg hat das nicht geschadet. Im Gegenteil: Horst Brandstätter konnte jetzt das 30-jährige Jubiläum seiner Figuren feiern.

Hamburg - Eigentlich wollte Horst Brandstätter gar kein Playmobil-Spielzeug herstellen. Wenn es nach dem Chef der Geobra Brandstätter GmbH & Co. KG gegangen wäre, dem größten deutschen Spielzeughersteller, wäre eher Geld in die Herstellung von Spielzeugautos geflossen. Doch sein Chefentwickler Hans Beck ging eigene Wege und fertigte Figuren: einen Ritter, einen Indianer und einen Bauarbeiter - die erste Miniserie erfuhr Marktreife und gab das Startsignal für eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte.

  Polohemd statt Business Dress:  Geobra-Chef Horst Brandstätter
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DPA

Polohemd statt Business Dress: Geobra-Chef Horst Brandstätter

Die zündende Idee kam dem Chefkreativen Beck praktisch in einer Notlage. 1973, mitten in Zeiten der Ölkrise, war der Grundstoff der Plastikherstellung so immens teuer, dass die wenig Rohmaterial verbrauchenden Playmobil-Männer eine Chance bekamen. Bis dato hatte das Unternehmen - 1876 von Urgroßvater Georg Brandstätter gegründet - eine Vielzahl an Produkten hergestellt. Zu dem Sammelsurium gehörten unter anderem Schatullenbeschläge, Wasserskier, Tennisschläger oder Hula-Hoop-Reifen.

1974 schließlich wurden die von Hans Beck entworfenen Figuren auf einer Geobra-Hausmesse vorgestellt. Seitdem bricht der Spielzeughersteller einen Rekord nach dem anderen. Selbst in der heutigen konjunkturellen Trostlosigkeit hat das Unternehmen drei Jahre in Folge zweistellige Zuwachsraten erzielt. 2400 Beschäftigte erwirtschafteten zuletzt einen Umsatz in Höhe von 330 Millionen Euro. Über Gewinne schweigt sich das Unternehmen aus. Gerichtsstreitigkeiten mit fränkischen Nachbarn, die Imitate herstellten, sind längst Geschichte.


  Für Freibeuter:  Piratenschiff   Für Tierfreunde:  Zoo   Für Ordnungshüter:  Polizeistation   Für Weltenbummler:  Reisebus   Für Abenteurer:  Pick-up

Unverwüstliches Spielzeug: Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild,
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Über das Erfolgsgeheimnis herrscht Einigkeit

1,5 Milliarden Kugelköpfe marschieren seit Produktionsbeginn durch Kinderzimmer in aller Welt. Selbst einige Erwachsene kommen von dem Zauber nicht los: Showmaster Harald Schmidt stellte in seiner Sendung mit ihnen komplexe Sagen nach. Über das Erfolgsgeheimnis herrscht weitestgehend Einigkeit. Die 7,5 Zentimeter hohen Figuren mit ihren "Punkt-Punkt-Strich"-Gesichtern sind universell verwendbar. Kids können ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Bei der Konzeption der Figuren hat Brandstätter klare Prinzipien. Die wichtigste lautet: keine Gewalt- und Horrorfiguren. Friedlichkeit ist Trumpf. Selbst als Kinder mit Briefbombardements die Aufnahme von Dinosauriern ins Programm verlangten, stellt man sich taub. Die gewaltigen Raubtiere vergangener Jahrhunderte hätte es aber noch aus einem anderen Grund nicht gegeben. "Auf Modetrends können wir nicht schnell genug reagieren", heißt es. Drei Jahre benötigt die 50-köpfige Entwicklungsabteilung von der ersten Idee bis zur Produktion.

Einfluss haben die Steppkes eher auf Details. Als die Polizistenfigur ohne Pistole auf dem Markt kam, musste nach zahlreichen Protesten nachgebessert werden. Auch das Puppenhaus bekam nach Interventionen ein Bad - so viel Realismus muss sein. Seit 1990 gibt es auch eindeutig weibliche Figuren, die den Kids aber missfielen - passten sie doch mit Rock nicht auf ein Pferd. Wieder Verbesserungsbedarf.

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