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28.01.2004
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Karriere

Herkunft ist wichtiger als Bildung

2. Teil: "Zum Manager wird man geboren"

"Schäbige, überfüllte Universitäten"

Das Bild im Ausland ist stark geprägt durch ehrwürdige Eliteuniversitäten wie Oxford oder Cambridge. Hinter dieser kleinen Spitzengruppe allerdings sammeln sich Hochschulen mit ähnlichen Problemen wie in Deutschland: "Die Qualität der Lehre in Großbritanniens schäbigen, überfüllten Universitäten sinkt", so der "Economist".

  Adelige Elite:   Prinz Harry, Prinz William
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DPA

Adelige Elite: Prinz Harry, Prinz William

So wirken die Ursachen, die die Forscher für das Phänomen ausgemacht haben, in Deutschland ähnlich: Ursprünglich sollte eine Hochschulbildung als deutliches Zeichen an die Arbeitgeber wirken, dass der Bewerber gelernt hat zu denken, hartnäckig an einem Thema zu arbeiten und seine Ergebnisse zu präsentieren. Doch mit der zunehmenden Überlast der Universitäten ging das Bildungsniveau zurück - und ein akademischer Abschluss hat nicht länger das Prestige von einst.

Die Tatsache, dass Sekundärtugenden eine immer größere Rolle bei einer Einstellung spielen, begründen die Oxforder Forscher auch mit dem starken Wachstum des Dienstleistungssektors. Die Qualitäten, die Angestellte in diesen Berufen für den Kontakt mit Kunden brauchen, erwerben Kinder bürgerlicher Familien zu Hause: Gewandtheit im Gespräch und im Umgang.

"Zum Manager wird man geboren"

Ist also die Überzeugung, dass nur Leistung, Leistung, Leistung beim beruflichen Aufstieg zählt, ein populärer Irrtum?

Grafik: Soziale Herkunft deutscher Studenten
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Deutscher Instituts-Verlag

Grafik: Soziale Herkunft deutscher Studenten

Diesen Schluss legen auch die Forschungen von Michael Hartmann nahe, der seit Jahren Spitzenkarrieren in Deutschland untersucht. Der Darmstädter Soziologe hat in einem Buch den "Mythos von den Leistungseliten" entzaubert und kommt zum ernüchternden Ergebnis: "Zum Manager wird man geboren."

Vor allem der Habitus entscheide über Karrieren im Topmanagement, und ein souveränes Auftreten lerne man nicht an Hochschulen, sondern im Elternhaus. "Die Bildungsexpansion hat zwar zur sozialen Öffnung der Hochschulen geführt, aber keinerlei Auswirkungen auf die Besetzung von Führungspositionen", so Hartmann im Interview mit manager-magazin.de..

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