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06.01.2004
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August von Finck

Edelmann ohne Fortune

Von Christian Keun

Jahrzehntelang stand er unter der Fuchtel des übermächtigen Vaters. Als August von Finck schließlich die Nachfolge des strengen Patrons antreten durfte, musste er feststellen, dass Geld allein noch keinen guten Unternehmer macht.

Landwirt wäre er gern geworden, aber er durfte nicht. Nach dem Willen seines Vaters, der Widerspruch vom Filius unter keinen Umständen duldete, hatte August von Finck, Jahrgang 1930, Bankier zu werden.

  Geld allein macht noch keinen guten Unternehmer:  August von Finck
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Geld allein macht noch keinen guten Unternehmer: August von Finck

Also musste er sich in der feinen Münchener Privatbank Merck Finck & Co. - der Keimzelle des Finck'schen Familienvermögens - hinter einen Schreibtisch klemmen und bei August senior und dessen Prokuristen Ernstberger das Geschäft mit dem Geld lernen.

Der alte August hatte das von seinem Vater errichtete Bank- und Beteiligungsimperium 1924 als gerade 26-Jähriger übernommen und sich mit Leib und Seele der Mehrung des Vermögens verschrieben. Nicht weniger verlangte er von seinem Spross. "Von nichts kommt nichts", wie der dominante Patron zu ermahnen pflegte. Als er schließlich 1973 aus steuerlichen Gründen den Söhnen Wilhelm und August sein Hab und Gut übertrug, verpflichtete er sie gleichzeitig, ihr Erbe als Haftungsgrundlage für Merck Finck & Co. einzusetzen. Nach Ansicht des Alten offenbar ein probates Druckmittel.

Bankvorsteher wider Willen

Mit dem Tod des Seniors im Jahr 1980 fiel August von Finck die Rolle des Bankvorstehers zu, die ihm indes eher lästig als lustvoll war. Zwar gab er einen dynamischem Einstand und konnte dank "ausgeprägter Schlepperqualitäten" ein paar stattliche Vermögensdepots in die damals drittgrößte Privatbank der Republik lotsen.

Auch konnte sich von Finck anfangs durch sein sicheres Gespür bei der Kreditvergabe einigen Respekt verschaffen. Überdurchschnittliches unternehmerisches Geschick aber, wie es seine Vorfahren oft bewiesen hatten, jene Fortune, durch die ihren Engagements regelmäßig Erfolg beschieden war, ging ihm ab.

Missmanagement sei sein Markenzeichen, lästerte der SPIEGEL und spielte auf von Fincks glücklose Vorstellung bei Löwenbräu an. In die bayerische Traditionsbrauerei hatte sich der Milliardär Anfang der achtziger Jahre eingekauft und sie durch eigenwillige Personalpolitik - er verschliss binnen zehn Jahren fast ein Dutzend Vorstände - an den Abgrund geführt. "Zum Sanierungsfall" habe er das Unternehmen gemacht, warfen ihm erboste Aktionäre vor.

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