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16.12.2003
 

Die Malik-Kolumne

Gefährliche Worte

Von Fredmund Malik

Ebit und Ebitda wurden als kaufmännische Vergleichsinstrumente erfunden. Als Führungsinstrumente des Managements missbraucht, hatten sie verheerende Wirkungen: Unternehmenslenker verloren den Zweck ihres Tuns aus den Augen.

Kein geringer Prozentsatz an Führungskräften scheint zu glauben, dass die Kenntnis von finanzwirtschaftlichen Mainstream-Kennziffern schon ein Befähigungsausweis sei. Das ist ein gefährlicher Irrtum.

Legt Wert auf Worte:  Fredmund Malik
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Legt Wert auf Worte: Fredmund Malik

Solange für die Performance-Messung nur Ebit verwendet wurde, war das Risiko von fehlerhafter Führung noch begrenzt. Doch auch diese Kennziffer wurde schon missbraucht.

In unserer Consulting-Praxis am Management Zentrum St. Gallen haben wir spätestens seit dem Jahr 1984 mit Ebit in der Strategieberatung gearbeitet. So neu, wie manche glaubten, war diese Kennziffer nicht, als sie Mitte der neunziger Jahre in Mode kam.

Ebit wurde aber vor dem Anwachsen der Börsenblase selbstverständlich niemals dazu benutzt oder empfohlen, ein Unternehmen zu führen. Diese Kennziffer wurde ausschließlich eingesetzt, um Unternehmen zu vergleichen. Weil jede Firma eine andere Finanzierungs- und Steuersituation hat, war es nötig, ein Brutto- statt ein Netto-Ergebnis zu verwenden, um brauchbare Leistungsvergleiche anstellen zu können. Es mussten also die Zinsen und die Steuern aus dem Ergebnis eliminiert werden.

Die Wiege von Ebit war das so genannte PIMS-Programm (Profit Impact of Market Strategies), ein Strategieforschungsprogramm, das in den sechziger Jahren bei General Electric entwickelt wurde, um die Leistung von unterschiedlichen Geschäftsfeldern beurteilen und vergleichen zu können. Selbstverständlich war immer klar, dass man von einem echten Ergebnis nur nach Zinsen und Steuern sprechen konnte und auch erst danach an eine Dividende zu denken war.

Was also für den Vergleich erfunden worden war, wurde unter dem Einfluss des Shareholder-Values in den neunziger Jahren zu einem Führungsmaßstab - der erste Schritt zur Falschführung.

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