215.000 Euro für einen Steiff-Bären
Auf der ganzen Welt gibt es Steiff-Clubs, deren Mitgliedern Sonderanfertigungen angeboten werden. Der Klassiker Teddy erzielte bei Versteigerungen immer wieder Rekordsummen: Im Jahr 2000 zahlte etwa der japanische Sammler Jesse Kim fast 215.000 Euro für einen Steiff-Bären.
Heute stellt die Firma jährlich rund 1,5 Millionen Tiere und Puppen her. Bis zum 125-jährigen Firmenjubiläum 2005 entsteht auf dem weitläufigen Firmenareal ein Erlebnispark. Auch das ist für Friedhelm Steiff ein Bekenntnis zum Standort Deutschland.
Allerdings sieht der Großneffe der Firmengründerin zunehmend Schwierigkeiten. Der Druck auf Familienunternehmen wachse, die nachhaltige Finanzierung werde schwieriger, sagt Steiff. Eine mögliche höhere Erbschaftssteuer sei "ein weiterer Baustein in der Last, die auf Familienunternehmen drückt".
Seit mehr als 120 Jahren ist das Unternehmen in Familienbesitz - für Steiff ein "sehr großer Vorteil". Das Sortiment sei eng mit der Familie verbunden. Der Familienbesitz bürge auch für die hohe Qualität: Nur beste Materialien werden - größtenteils per Hand - verarbeitet.
Das schlägt sich natürlich im Preis nieder. "Unsere Tiere waren zwar noch nie billig, aber sie sind ihr Geld wert", sagt Friedhelm Steiff. "Jemandem ein Steiff-Tier zu schenken ist etwas Besonderes." Daran hält er sich auch selbst, etwa wenn er einem Schulfreund zum 70. Geburtstag einen Bären schenkt.
"Wir sind die Premiummarke im Spielzeugsektor"
Vor der zunehmenden Billigkonkurrenz braucht sich Steiff nicht zu fürchten, wie Geschäftsführer Friedhelm Brandau ausführt. "Wir sind die Premiummarke im Spielzeugsektor." Die Qualitätsprodukte seien durch Farben, Formen und Größen auf verschiedene Kundengruppen abgestimmt. So gibt es etwa spezielle rosafarbene Bärchen für Japan.
Die Margarete Steiff GmbH ist heute im Besitz von rund 40 Gesellschaftern. Bis vor 20 Jahren stand mit Friedhelm Steiff ein Nachfahre der Firmengründerin an der Spitze. Weil sich die Familie aber immer weiter verzweigt habe, kam man der Gefahr von Streitereien durch den Entschluss zuvor, die Leitung an eine externe Geschäftsführung abzugeben. "Ich musste innerlich mit mir kämpfen, ob das der richtige Weg ist", erinnert sich Steiff.
Heute ist er mit der Lösung sehr zufrieden: "Wir haben das Erbe, den alten Schatz, in Hände gegeben, die mit der gleichen Begeisterung dafür tätig sind." Außerdem treffe die Familie wichtige Entscheidung selbst und sei über die Spielwarenfabrik und die beiden technischen Firmen gut informiert.
Liebe und Faszination für Steiff-Tiere gibt nach Friedhelm Steiffs Schilderungen eine Generation an die nächste weiter. Deshalb könnte sich der ehemalige Chef auch vorstellen, "dass irgendwann aus der Familie wieder ein Geschäftsführer kommt".
Irene Preisinger, AP
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