Von Christian Keun und Karsten Langer
Niedrige Fixkosten
Schleckers Expansionsstrategie ist so einfach wie wirkungsvoll: Wenn Einzelhändler in Kleinstädten oder unattraktiven Bezirken der Metropolen schließen, steht Schlecker Gewehr bei Fuß.
Er mietet zu Dumpingpreisen, verzichtet auf hohe Umsätze und drückt durch eine dünne Personaldecke die Fixkosten.
Das schlichte System hat sich bezahlt gemacht. Heute nimmt Schlecker für sich in Anspruch, die Nummer eins in der Drogeriemarkt-Branche zu sein und zu den 25 größten Handelsunternehmen Europas zu gehören. Mehr als 200 Millionen Euro an Barmitteln, munkeln Insider, weise die Bilanz alljährlich aus.
"2003 soll Kostendeckung erreicht sein"
Selbst in der unsicheren Sparte E-Commerce soll der Herr der Drogisten Erfolg haben: der Onlinehandel floriert, heißt es. Erst Anfang Juni machte die Website mit Discountpreisen für Neuwagen auf sich aufmerksam. Verantwortlich für den Erfolg sind unter anderem seine Kinder Lars und Meike. Die haben schon vor Jahren den Web-Auftritt mitgeplant und -gestaltet.
"2003 soll, Abschreibungen fürs Lager inbegriffen, bereits Kostendeckung erreicht sein", zeigte sich Schlecker Anfang vergangenen Jahres gegenüber der "Lebensmittelzeitung" optimistisch. Um die Online-Expansion voranzutreiben, soll demnächst ein neues Logistikcenter im baden-württembergischen Berg eröffnet werden.
Schleckers unstillbare Umtriebigkeit könnte für seine Verkäuferinnen letztendlich von Vorteil sein: Die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass die Eheleute Schlecker mal wieder überraschend im Laden auftauchen und staubige oder gar unaufgefüllte Regale monieren.
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