"Ein bisschen leichtsinnig"
"Die Stimmung mitten im Internet-Boom war derart euphorisch, da wird man schon ein bisschen leichtsinnig und verliert den Bezug zur Realität." Alle hätten "mit Geld um sich geworfen".
"Ich war dadurch geblendet", sagte sich Schmitz und fügte hinzu: "Ich bin hoch geflogen und tief gefallen."
Schmitz lebt inzwischen in Hongkong und entwickelt dort für eine Firma eine Börsen-Software.
"Kimble" trat anders als bei seinem früheren Erscheinen vor Gericht seriös auf. "Ich bin erwachsener geworden", versicherte er, "wenn ich heute meine früheren Interviews sehe, schäme ich mich, das war völlig daneben." Früher machte der Drei-Zentner-Mann Schlagzeilen mit extravaganten Auftritte bei Formel-1-Rennen im Kreise geladener Prominenter.
Noch bei seinem Prozess im Mai vergangenen Jahres spielte der damals aus der Untersuchungshaft vorgeführte Schmitz den lockeren Lebemann und plauderte über seine "Erfahrungen" mit den Töchtern des Gefängnisdirektors.
Damals war er wegen Insiderhandels zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden, außerdem verhängte das Amtsgericht eine Geldbuße von 100 000 Euro.
Schmitz hatte sich zuvor nach Asien abgesetzt, war aber Anfang 2002 nach Deutschland ausgeliefert worden.
© manager magazin online 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH