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10.11.2003
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Josef H. Boquoi

"Wir haben's vom Behalten"

Von Karsten Langer

2. Teil: Ein Ferrari als Geschenk der Treue

Ein Ferrari als Geschenk der Treue

Mit der Zahl seiner Kunden stieg die Zahl der Lkws - an die vier Millionen Menschen nehmen Bofrost gegenwärtig europaweit in Anspruch, mehr als 5000 Lieferwagen sollen im Dienste der Frischfrostware fahren. Die Lkw-Marke hat Boquoi zwischenzeitlich gewechselt. Der neue Händler soll so glücklich über seinen niederrheinischen Stammkunden sein, dass er ihm kürzlich Gerüchten zufolge als kleines Dankeschön ein anderes Produkt des Hauses überreichte - einen Ferrari.

Der Erfolg des Herrn Boquoi gründet augenscheinlich auf der bleibenden Qualität seiner Produkte. Fertiggerichte wie der "Hirschbraten in Rahmsoße" und die "Chinesische Gemüsepfanne" sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt - und schenkt man den Produkttestern der einschlägigen Websites Glauben, auch beliebt. Da halten Kunden Bofrost seit 35 Jahren die Treue, vom unbegrenzten Vertrauen in die Lieferanten ist die Rede. Die bekommen bei Abwesenheit der Kunden schon mal den Wohnungsschlüssel in die Hand und schauen nach dem Rechten.

Stets freundlich und bescheiden

Und was macht der Herr Boquoi mit Ruhm, Geld und Ehre eines Quasi-Monopolisten? Offensichtlich nichts, was der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Alles, was an offiziellen Verlautbarungen den Mauern des Dirketvertriebs entfleucht, hat mit seiner Tiefkühl-Philosophie zu tun.

"Direkt nach der Ernte schockgefrostetes Gemüse enthält mehr Vitamine und Nährstoffe als Gemüse, das auf dem Wochenmarkt gekauft wird und in der Regel zwei bis drei Tage alt ist", sagt Herr Boquoi. Und dass "meine Fische gar nicht riechen konnten, weil sie noch immer so frisch waren wie beim Einfrieren auf hoher See."

Bekannt ist lediglich, dass der Meister der Tiefkühlkost von imposanter Erscheinung ist und getreu einer uralten niederrheinischen Weisheit lebt. "Wir haben's nicht vom Ausgeben, wir haben's vom Behalten" lautet die. Außerdem spielt er leidenschaftlich gern Tennis. Schon 1954 hat er im Obstgarten seines Vaters einen Tennisplatz errichtet. Mit seinem Partner aus früheren Tagen kreuzt er noch heute die Schläger - sehr erfolgreich in der Mannschaft der älteren Herren.

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