16.10.2003
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Guerilla-Werbung

Der König der Glückskekse

Von Matthias Streitz, New York

2. Teil: Wer wird Millionär und wie Heidi Klum zur Autowerkstatt kam

In Hughes' Büro unter dem Schreibtisch steht ein kleiner Safe. Darin steckt Hughes' wichtigstes Kapital: lang laufende Exklusivverträge mit den fünf führenden Chinakeks-Fabrikanten Amerikas.

  Werbebotschaft in China-Glückskeksen:  Mini-Format ...
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Werbebotschaft in China-Glückskeksen: Mini-Format ...

Wonton Food aus Brooklyn ist dabei, auch Firmen aus Kalifornien und dem Süden. "Ich habe sie fast alle gesehen", sagt Hughes über die Glückskeks-Bäckereien in den Chinatowns des Landes. "Die wenigen großen haben Backmaschinen aus Japan. In anderen steht eine 92-jährige Uroma und steckt mit der Hand Papier in den Teig."

Einer von Hughes' Lieblingssprüchen ist: "Wir erreichen sieben Millionen Leute pro Woche. Das ist mehr als 'Time Magazine'." Sieben Millionen pro Woche, 365 Millionen im Jahr - das ist der Glückskeks-Output von Hughes' chinesischen Partnern. In L.A., New York und anderen wichtigen Werbemärkten erreiche er 75 Prozent aller China-Restaurants, US-weit immerhin ein Viertel, sagt Hughes. Das Fachblatt "Ad Age" nannte ihn den "Mogul des Glückskeks-Marketings".

Cent für Cent zum Millionen-Umsatz

"Niemand vor mir ist auf diese Idee gekommen", sagt Hughes, "und es macht irrsinnig Spaß." Die Werbung per Keks ist weit billiger als Zeitungsanzeigen - aber die Masse macht es. Für Annoncen in 1000 Keksen verlangt Hughes acht bis 13 Dollar, je nach Bestellmenge. Meist ordern Kunden 75.000 bis 225.000 Kekse auf einmal. Wenn Hughes Käufer für all seine Cookie-Werbeflächen fände, käme er auf vier Millionen Dollar Umsatz im Jahr. "So weit bin ich noch nicht, aber das Potenzial ist da", sagt er.

Hughes' Büro sieht aus wie ein Museum seiner größten Werbe-Erfolge: Fotos in Rahmen, Plastikfiguren, Devotionalien. Seine Firma Buzzmarketing ist noch jung, aber Hughes kam schon Mitte der Neunziger ins Marketing-Geschäft. Zuerst ging er zu Pizza Hut, damals Teil des Pepsico-Konzerns. Mit 34 Jahren verwaltete er einen Werbeetat von 40 Millionen Dollar jährlich bei der US-weit aktiven Werkstattkette Pep Boys. Ein Foto an der Wand zeigt Top-Model Heidi Klum mit den Firmenmaskottchen.

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