01.10.2003
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Niki Lauda

Haste mal 'nen Euro?

Von Karsten Langer

3. Teil: "Genug vom ewigen Kreisfahren"

"Genug vom ewigen Kreisfahren"

Um sich das nötige Kleingeld für den zweiten Start zu beschaffen, reanimierte Lauda dann seine Formel-1-Fähigkeiten und wurde ein weiteres Mal Weltmeister. Irgendwann hatte er genug Geld und genug vom "ewigen Kreisfahren". Das zweite Leben der Lauda Air begann 1984. Es bescherte dem Gründer einen Höhenflug und der Konkurrenz schlaflose Nächte.

  Vergangenheit:  Lauda vor einem seiner Flugzeuge
DPA

Vergangenheit: Lauda vor einem seiner Flugzeuge

Lauda setzte auf Service, entriss der Konkurrenz Kunden und schwebte, so schien es, auf der rosaroten Wolke des Erfolges. Erst kaufte sich die Lufthansa mit 40 Prozent bei Lauda Air ein, später, nachdem die Deutschen ihre Anteile reduziert hatten, der Inlandskonkurrent Austrian Airlines mit 36 Prozent. Frei nach dem Motto, den Feind auf dem Schlachtfeld der Wirtschaftskriege lieber zu kaufen als zu schlagen, gerieten die staatlichen Flieger schneller ans Ziel als erwartet und später unerwartet ins Trudeln.

Das Luftfahrtjahr 1999/2000 brachte hohe Kerosinpreise und einen Einbruch bei den Ferienfliegern. Ende 2000 verkaufte "Tricky Niki" seine restlichen Anteile an Austrian Airlines und zog sich freiwillig erst vom Posten des Vorstandsvorsitzenden und später vom Pilotensessel großer Verkehrsmaschinen zurück. "Das ist meine größte Katastrophe" sagte Lauda zerknirscht. An der verhassten Konkurrenz rächte er sich auf seine Weise. "Der Konzern steuert direkt auf die Pleite zu", soll Lauda im Sommer 2001 gesagt haben. Prompt brach die Aktie der Fluglinie um über zehn Prozent ein.

Intermezzo bei Jaguar

Der Urlaub in der Sonne, den Lauda nach der Fluglinien-Pleite planmäßig absolvieren wollte, war allerdings nicht von Dauer. Niki Lauda hat eben kein Sitzfleisch. Statt in der Südsee tummelte er sich lieber als Teamchef auf der Versuchsstrecke von Jaguar.

Aber auch sein Aufenthalt beim englischen Rennstall war nicht von Dauer. Ende vergangenen Jahres warfen ihn die Verantwortlichen von einem Tag auf den anderen raus. "Fehlenden Sachverstand" warfen sie dem ehemaligen Weltmeister vor. Der war empört. "Mir, ausgerechnet mir! Ich bin der einzige Teamchef neben Gerhard Berger, der so ein Auto überhaupt noch fahren kann." Geholfen hat's nicht.

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