Von Andreas Ross
Mannheim - Sollte sich Anke von Rennenkampff einmal auf eine Führungsposition bewerben, dann bleibt die knappe Sommerbluse mit Sicherheit im Kleiderschrank - jedenfalls dann, wenn das Unternehmen einen durchsetzungsstarken Mitarbeiter sucht, der aggressiv neue Märkte erschließen oder mit harter Hand die Abteilung sanieren soll. Weibliche Reize auf dem Bewerbungsfoto, so hat die Diplomsoziologin herausgefunden, wären in diesem Fall fehl am Platz.
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Mit dem richtigen Outfit und Styling hingegen könnte sich die Mannheimer Doktorandin gute Chancen ausrechnen, sofern ihre Qualifikationen auf die ausgeschriebene Stelle passen. Personalchefs lassen sich nämlich weniger vom Geschlecht eines Bewerbers beeinflussen als gemeinhin gedacht. Auf den ersten Blick klingt dieser Befund nach Fortschritt. Hinzu gelernt hat jedoch nicht die Gesellschaft, sondern die Wissenschaft.
Personaler suchen den Mann in der Frau
Denn Personaler auf der Suche nach selbstbewussten Führungspersönlichkeiten entscheiden sich zwar nicht unbedingt für Männer, erklärt Rennenkampff. Den Zuschlag bekommen jedoch meist Kandidaten, deren äußere Merkmale als typisch männlich gelten. Das können auch Frauen sein.
Die Erkenntnisse der Wissenschaftlerin sind verblüffend: Bewerberinnen mit kantigem Kinn, breiten Schultern und hoher, etwas eckiger Stirn sind demnach klar im Vorteil. Doch auch karrierefreudige Frauen, deren rundes Gesicht von Stupsnase und Kussmund geprägt ist, müssen sich vor ihrem nächsten Vorstellungsgespräch nicht gleich beim Schönheitschirurgen anmelden.
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Schon mit Make-up, Frisur und Outfit lässt sich das vermeintlich Männliche in der Frau herauskehren. Dunkle, hochgeschlossene Kleidung und glatte, zurückgekämmte Haare sind bereits die halbe Miete. Zudem sind Geschmeide und Lippenstift äußerst sparsam einzusetzen - und rot lackierte Fingernägel ganz tabu.
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