Die Berliner Justiz teilt mit, dass bei einer Durchsuchung in Friedmans Büro und seiner Privatwohnung in Frankfurt am Main "szenetypische Päckchen" gefunden worden seien. Es soll nun überprüft werden, ob es sich um Kokain handelt.
Gegen Friedman wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der 47-Jährige war durch eine Telefonüberwachung ins Visier der Ermittler geraten, die einer Bande von Menschenhändlern auf der Spur war. Ukrainische Prostituierte sollen ausgesagt haben, Friedman habe in ihrem Beisein in einem Berliner Hotel Kokain konsumiert und ihnen die Drogen angeboten.
Am Abend tritt er zu seiner ARD-Talkshow "Friedman" vor die Kameras. Danach erleidet er nach unbestätigten Berichten einen Nervenzusammenbruch.
12. Juni: Wegen der Drogen-Vorwürfe lässt Friedman seine Tätigkeit als TV-Moderator für den Hessischen Rundfunk bis auf weiteres ruhen. Er unterzieht sich freiwillig einer Haaranalyse. Der Zentralrat der Juden lehnt eine Stellungnahme zu den Vorwürfen prinzipiell ab.
13. Juni: Die Berliner Staatsanwalt gibt bekannt, dass drei "szeneübliche Tütchen", die in Friedmans Wohnung gefunden wurden, Kokainspuren aufweisen. Friedmans Anwalt Eckart Hild lehnt eine Vernehmung seines Mandanten bis zur Akteneinsicht ab.
16. Juni: Wegen der Drogenvorwürfe gegen Friedman fordert die Junge Union (JU) Hessen den TV-Moderator und Politiker auf, seine Mitgliedschaft in der CDU bis zur endgültigen Klärung ruhen zu lassen.
17. Juni: Die ARD hält die Entscheidung über eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit mit Friedman weiter offen. Einer Umfrage zufolge wollen mehr als die Hälfte der Deutschen den unter Drogenverdacht stehenden Moderator nicht mehr als politischen Fernsehmoderator sehen.
18. Juni: Der Anwalt Friedmans, Eckart Hild, legt bei der Berliner Justiz Beschwerde gegen die Ermittlungen ein. Das SWR-Magazin "Report" meldet, ein angebliches pikantes Video mit Friedman sei dem früheren Büroleiter von Jürgen Möllemann angeboten worden. Unionsfraktionsvize Friedrich Merz distanziert sich von Friedman als CDU-Mitglied.
"Staatsanwalt ist durchgeknallt": Michael Naumann
Der ehemalige SPD-Kulturstaatsminister und heutige "Zeit"-Herausgeber Michael Naumann stärkt unterdessen dem Fernsehmoderator den Rücken und spricht von einem "durchgeknallten Staatsanwalt".
Das nimmt Generalstaatsanwalt Hansjürgen Karge einige Tage später zum Anlass, eine Anzeige wegen Beleidigung gegen Naumann zu einzureichen. Berlins Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) schließt sich dem an - auch sie erstattet Anfang Juli Strafanzeige.
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