Gute Geschäfte unter Freunden
Für die Übernahme der Schulden in Höhe von 300 Millionen, die Babcock bei der HDW hatte, kaufte die amerikanische Beteiligungsgesellschaft One Equity Partners (OEP) die Mehrheit an der HDW. Eingefädelt wurde der Deal unter anderem von Richard Cashin, dem OEP-Chairman, der viele Jahre Freund von Lederer war.
Als Chef der Citicorp Venture Capital, einer Tochtergesellschaft der Citibank, war Cashin an diversen Babcock-Transaktionen beteiligt, meist gleichzeitig mit dem damaligen Citicorp-Mitarbeiter Aldo Fozzati. Lederer holte Fozzati später sogar in den Balcke-Dürr-Aufsichtsrat. Zusammen mit Fozzati gründete er im November 2000 die Boulders Capital Beteiligungsberatung GmbH mit Sitz in Eschborn.
Schnell kam der Verdacht auf, Boulders würde auch mit Babcock Geschäfte machen. Eine Werbebroschüre Fozzatis erweckte diesen Eindruck. Lederer hat eine solche Kundenbeziehung bisher stets vehement bestritten. Ohnehin sei er nur "inaktiver" Gesellschafter gewesen und im Dezember 2001 ausgeschieden.
Unklar ist weiterhin, ob Lederer wegen Finanzclearings angezeigt werden kann. Ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes steht noch aus.
Der Ex-Babcock-Chef wird verdächtigt, millionenschwere Anzahlungen von Werftkunden direkt ans Mutterhaus nach Oberhausen umgeleitet haben. 500 bis 600 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber der HDW sollen sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, so die Staatsanwaltschaft. Eine Aussicht auf Rückzahlung bestand nicht.
© manager magazin online 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH