Hamburg - Klaus Lederer hat sich in den vergangenen Monaten nicht mit Ruhm bekleckert. Im Zuge der Babcock-Pleite, die vor allem Lederer persönlich zu verantworten hat, verlor er zuerst den Chefposten bei der Kieler Werft HDW, dann den Aufsichtsratsvorsitz beim Maschinenbauer Ina. Am Ende musste er auch die Führung bei Babcock Borsig abgeben. Jetzt hat sich Lederer nach Informationen der "Financial Times Deutschland" selbst angezeigt.
Zeigte sich selbst an: Ex-Babcock-Lenker Lederer
Die US-Bezüge seien, so Lederers Pressesprecher Hans-J. Wieckmann gegenüber manager-magazin.de, dem privaten Lebensumfeld von Klaus Lederer zuzurechnen und stünden, so Wieckmann weiter, in keinerlei Verbindung zu seiner ehemaligen Funktion als Vorstandsvorsitzender von Babcock Borsig und der HDW.
Grund der Selbstanzeige sei eine Änderung des Doppelbesteuerungsabkommens mit den USA, das möglicherweise zu einer teilweisen Steuerpflicht derartiger Bezüge in Deutschland trotz bereits erfolgter Versteuerung in den USA führt, erklärte Wieckmann gegenüber manager-magazin.de.
Auch Neuber und Frenzel werden verdächtigt
Gegen den früheren Babcock-Chef und weitere Manager wird nach wie vor wegen des Vorwurfs der Untreue, der Insolvenzverschleppung oder der Beihilfe dazu ermittelt. Zu den Verdächtigen zählen neben Lederer der ehemalige WestLB-Chef Friedel Neuber und TUI-Chef Michael Frenzel. Die Staatsanwaltschaft durchforstet seit Monaten Ordner, Festplatten und Laptops aus dem engeren Umfeld Lederers, konkrete Ermittlungsergebnisse liegen aber noch nicht vor.
Bisher gab es allerdings niemanden, der Lederer wegen des Deliktes der Steuerhinterziehung öffentlich angeklagt hätte. Deshalb kann nur spekuliert werden, welche brisanten Unterlagen den Steuerfahndern, die die staatsanwaltlichen Ermittlungen begleiten, in die Hände gefallen sein mögen. Möglich wäre, dass bei Lederers diversen Deals Provisionen geflossen sind, die der Manager nicht oder nur unzureichend deklariert hat.
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