02.06.2003
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Deutsche Bank

Ackermanns Retter

Von Karsten Langer

2. Teil: Ackermann: "Wir standen nah am Abgrund"

Als das Erfolgsquartett das internationale Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank federführend übernahm, ging es der Investmentbank allerdings mitnichten gut. "Sie wissen gar nicht, wie nah wir Mitte der neunziger Jahre im Investmentbanking am Abgrund standen", gab Josef Ackermann erst Ende vergangenen Jahres zu.

  "Wir standen Mitte der neunziger Jahre im Investmentbanking nah am Abgrund"  Josef Ackermann
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"Wir standen Mitte der neunziger Jahre im Investmentbanking nah am Abgrund" Josef Ackermann

Mit Jain und Mitchell zog auch die streng durchorganisierte Merril-Lynch Kultur in das Bankhaus in London ein. Die ist zwar durchaus umstritten, zeitigte aber umgehend Erfolg. Heute hat die Abteilung "Global Markets" internationale Bedeutung, zwei Drittel des Gewinns hat der Bereich im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftet.

Im Gegensatz zu Mitchell genießt sein Nachfolger allerdings nicht den Ruf eines Söldnerführers. "Jain kann seine Mitarbeiter motivieren", heißt es aus dem engeren Umfeld des Investmentbankers. Unter anderem damit wird Jains Erfolg begründet.

Kleine Geheimnisse unter Freunden

Diese Meinung wird nicht überall geteilt. Mangelnde Fähigkeiten bei der Menschenführung werde ihm nachgesagt, wusste die "Financial Times Deutschland" anlässlich seiner Ernennung in den erlesenen Kreis des Group Executive Committees der Deutschen Bank zu berichten.

Auch über die Details des Erfolgs von Jain scheiden sich die Geister. Die einen behaupten, er wäre als Anhänger der Chaos-Theorie von Ralf Nelson Elliot schon vor Jahren short gegangen und hätte so der Deutschen Bank einen Milliardengewinn beschert. Das aber will Pressesprecher Weichert so nicht gelten lassen: "Der Bereich Global Markets profitiert vor allem vom anziehenden Derivategeschäft", so Weichert.

Andere Analysten glauben, Kreditderivate wären Jains Schlüssel zum Erfolg, die nächsten behaupten, nur wegen der (noch) guten Bonitätseinstufung des Bankhauses aus Frankfurt könnte das Derivategeschäft so profitabel betrieben werden. Jain selbst verhält sich zu den Spekulationen wie ein Gentleman: Er schweigt und genießt.

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