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02.06.2003
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Willibert Krüger

Es geht auch Krüger

Von Clemens von Frentz

2. Teil: Öffentlichkeit unerwünscht

So tat er sich kurz nach dem Start aus Vertriebsgründen mit dem Kölner Zuckerhersteller Pfeiffer & Langen zusammen und kaufte 1998 das Aachener Unternehmen Ludwig Schokolade, sah aber davon ab, den Kölner Schokoladen-Riesen Stollwerck ebenfalls zu übernehmen. Der war zwar auf den ersten Blick recht attraktiv, aber, so Krüger, "letztlich zu teuer und der Restrukturierungsbedarf erheblich".

Sehr viel mehr war von ihm zu dem Thema nicht zu hören. Der Zwei-Meter-Mann hält wenig von Presse, zumindest dann nicht, wenn die ihn neugierig befragen will. "Wir drängen uns nicht gern in die Öffentlichkeit", so ließ er sich vernehmen, als ihn die altehrwürdige "Frankfurter Allgemeine Zeitung" einmal porträtierte.

  Verkaufsschlager:  Krüger-Cappuccino

Verkaufsschlager: Krüger-Cappuccino

Genauso wenig hält er offenbar von Mitbestimmung. Noch Anfang 2001 gab es laut "Handelsblatt" in keinem seiner 21 Werke - verteilt auf 13 Länder - einen Betriebsrat, und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), neun Jahre jünger als der Unternehmer selbst, erfüllt derartiges Gebahren naturgemäß mit Zorn. "Massive Einschüchterungen" der Belegschaft habe es gegeben, berichteten NGG-Späher aus dem Stammwerk Bergisch-Gladbach, und ganz falsch ist das wohl nicht. Angeblich drohte man den organisationswilligen Mitarbeitern mit der Streichung freiwilliger betrieblicher Leistungen und darauf wollte dann wohl doch keiner der Arbeiter verzichten. Damit war das Thema abgehakt.

Abgehakt ist auch das Thema Börsengang. Gewiss, ein IPO zur Finanzierung weiterer Expansionsmaßnahmen schien verlockend, als Dax und Nemax täglich neue Rekordmarken in Angriff nahmen, aber Willibert Krüger blieb standhaft. Seine Firma, so das Credo, sei ein Familienunternehmen und solle es auch bleiben. Ende der Ansage und aus.

Folglich werden beide Kinder Krügers schon seit Jahren systematisch darauf vorbereitet, den Laden eines Tages selbst zu führen. Der Sohn macht eine umfassende Management-Ausbildung, und Tochter Anke arbeitet als Key-Accounterin im väterlichen Betrieb.

  Werbeträger:  Mike Krüger machte Krüger-Cappuccino populär
Zur Großansicht

Werbeträger: Mike Krüger machte Krüger-Cappuccino populär

Die Chancen, dass die beiden eines Tages einen florierenden Betrieb übernehmen, sind nicht schlecht. Die Krüger-Gruppe steht gut da, trotz Krise, "Geiz ist Geil"-Kampagnen und anstehender Rezession. Der bislang letzte Coup des Süßigkeiten-Multis: Er spannte Namensvetter Mike Krüger 1999 für eine ausgefuchste Werbekampagne ein. Seither wirbt der langnasige Entertainer aus Quickborn für Instant-Cappuccino aus der Tüte. Und siehe da: Der Absatz stieg von Jahr zu Jahr, die Produktion kam kaum noch nach, und heute ist die Marke "Krüger Bon Café" Marktführer in diesem Bereich. Merke: Es geht auch Krüger.

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